Mahnung
1863Schilt nimmermehr die Stunde hart, Die fort von dir was Teures reißt; Sie schreitet durch die Gegenwart Als ferner Zukunft dunkler Geist; Sie will dich vorbereiten, ernst, Auf das, was unabwendbar droht, Damit du heut′ entbehren lernst, Was morgen sicher raubt der Tod.
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Interpretation
Das Gedicht "Mahnung" von Friedrich Hebbel thematisiert die Vergänglichkeit des Lebens und die unausweichliche Tatsache des Todes. Der Sprecher ermahnt den Leser, nicht gegen die Zeit zu hadern, wenn sie etwas Wertvolles von einem nimmt. Vielmehr soll man die Zeit als einen "dunklen Geist" verstehen, der aus der Zukunft kommt und uns auf das Unvermeidliche vorbereiten will. Der zweite Teil des Gedichts verdeutlicht, dass die Zeit uns lehren möchte, heute schon zu verzichten, um uns auf den Verlust vorzubereiten, den der Tod morgen bringen wird. Der Tod wird als sicherer Dieb dargestellt, der uns das nehmen wird, was uns lieb und teuer ist. Die Mahnung lautet also, die Vergänglichkeit des Lebens zu akzeptieren und sich bewusst zu machen, dass alles Irdische vergänglich ist. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine nachdenkliche und ernste Stimmung. Es regt den Leser dazu an, über die Endlichkeit des Lebens nachzudenken und die Zeit zu nutzen, solange man noch kann. Die Mahnung des Dichters ist, die Vergänglichkeit nicht zu ignorieren, sondern sich ihr zu stellen und das Leben bewusst zu gestalten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Antithese
- Damit du heut′ entbehren lernst, Was morgen sicher raubt der Tod
- Hyperbel
- unabwendbar droht
- Metapher
- Teures reißt
- Personifikation
- Sie schreitet durch die Gegenwart Als ferner Zukunft dunkler Geist