Märkische Landschaft
1911Umdämmerte Kiefern stehn kalt und stark. Schon wachsen auf Wiesen die Nebel der Mark. Noch lebt es auf dem Eise, Der Schlittschuh schneidet Kreise.
Der Wald verschummert zum Geisterpark, Bis oben stieg Raureif und Nebel der Mark. Nichts schwebt mehr auf dem Eise, Es starren die Schlittschuhkreise.
Sehr triefen und grauen die Nebel der Mark. Weit hinten wächst Kiefernholz zum Sarg… Es schleicht auf grauem Eise Und schneidet Schicksalskreise.
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Interpretation
Das Gedicht "Märkische Landschaft" von Oskar Loerke schildert eine winterliche Szene in der märkischen Landschaft, die durch Kälte, Nebel und Eis geprägt ist. Die Atmosphäre ist düster und geheimnisvoll, wobei die Natur in einen "Geisterpark" verwandelt wird. Das Gedicht beginnt mit dem Bild von kalten und starken Kiefern, die von Dämmerung umgeben sind. Auf den Wiesen breiten sich bereits die Nebel der Mark aus. Auf dem Eis ist noch Leben, während Schlittschuhfahrer Kreise in das Eis schneiden. Der Wald wird zum Geisterpark, während Raureif und Nebel aufsteigen. Das Leben auf dem Eis endet, und die Schlittschuhkreise starren leer vor sich hin. Im letzten Teil des Gedichts werden die Nebel der Mark als triefend und grau beschrieben. Im Hintergrund wächst Kiefernholz, das an einen Sarg erinnert. Auf dem grauen Eis schleicht etwas und schneidet Schicksalskreise. Das Gedicht endet mit einer düsteren und bedrohlichen Stimmung, die den Leser nachdenklich zurücklässt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Schlittschuh schneidet Kreise
- Bildlichkeit
- Raureif und Nebel der Mark
- Kontrast
- Es starren die Schlittschuhkreise
- Metapher
- Kiefern stehn kalt und stark
- Personifikation
- Wald verschummert zum Geisterpark
- Symbolik
- Kiefernholz zum Sarg
- Wiederholung
- Nebel der Mark