Mählich durchbrechende Sonne

Arno Holz

1929

Schönes, grünes, weiches Gras.

Drin liege ich.

Inmitten goldgelber Butterblumen!

Über mir … warm … der Himmel:

Ein weites, schütteres, lichtwühlig, lichtblendig, lichtwogig zitterndes Weiß, das mir die Augen langsam … ganz … langsam schließt.

Wehende … Luft … kaum merklich ein Duft, ein zartes . . . Summen.

Nun bin ich fern von jeder Welt, ein sanftes Rot erfüllt mich ganz, und deutlich . . . spüre ich . . . wie die Sonne mir durchs Blut rinnt.

Minutenlang.

Versunken alles . . . Nur noch ich.

Selig!

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Illustration zu Mählich durchbrechende Sonne

Interpretation

Das Gedicht "Mählich durchbrechende Sonne" von Arno Holz beschreibt einen Moment tiefster Entspannung und Einswerdung mit der Natur. Der Sprecher liegt im Gras, umgeben von Butterblumen, und lässt sich von der warmen, lichtdurchfluteten Atmosphäre umgeben. Die langsam durchbrechende Sonne und die sanfte Brise tragen zu einem Gefühl von Ruhe und Gelassenheit bei. Die Beschreibung der Umgebung ist sehr sinnlich und detailliert. Das Gras wird als "schönes, grünes, weiches" beschrieben, und die Butterblumen als "goldgelb". Der Himmel wird als "weites, schütteres, lichtwühlig, lichtblendig, lichtwogig zitterndes Weiß" dargestellt, was die Intensität des Lichts und die Bewegung der Luft einfängt. Der Duft und das Summen der Natur tragen zur Atmosphäre bei. Im Laufe des Gedichts löst sich der Sprecher von der Welt um ihn herum und versinkt in einem Zustand tiefster Entspannung. Er spürt, wie die Sonne durch sein Blut rinnt und ihn mit einem sanften Rot erfüllt. Dieser Moment der Einsamkeit und des Glücks wird als "versunken alles... Nur noch ich" beschrieben, was die Intensität des Erlebnisses unterstreicht. Das Gedicht endet mit dem Wort "Selig!", was die tiefe Zufriedenheit und das Glück des Sprechers ausdrückt.

Schlüsselwörter

langsam ganz schönes grünes weiches gras drin liege

Wortwolke

Wortwolke zu Mählich durchbrechende Sonne

Stilmittel

Alliteration
lichtwühlig, lichtblendig, lichtwogig
Anapher
Wehende ... Luft ... kaum merklich ein Duft, ein zartes . . . Summen.
Bildsprache
Schönes, grünes, weiches Gras. Drin liege ich. Inmitten goldgelber Butterblumen!
Enjambement
Augen schließt
Hyperbel
Sonne ... rinnt mir durchs Blut
Metapher
warm ... der Himmel
Onomatopoesie
Summen
Paradox
versunken alles . . . Nur noch ich
Personifikation
Sonne ... rinnt
Vergleich
wie die Sonne ... rinnt
Wiederholung
langsam ... ganz ... langsam