Lorenzo di Medici (2)
1821Lorenzo folgt dem allgemeinen Drange, Er tritt herein, er schaut die Engelreine, Rings um sie her kein Auge, das nicht weine -
Da schlägt das Herz im Busen ihm so bange, Und ihm wird klar, was er gesucht so lange!
Vor dieser todten Schönheit heil′gem Schreine, Bei diesem Weh trifft′s ihn mit Blitzesscheine,
Und seine Seele löst sich im Gesange. Wie jach ein Stern hervorbricht aus der Nacht,
Wird Poesie sein unbestimmtes Träumen - Ein Dichter zieht er fort aus diesen Räumen.
So unvergänglich ist des Schönen Macht,
So muß sein Anblick selber noch im Sterben Zu neuem Leben neue Schönheit werben!
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Interpretation
Das Gedicht "Lorenzo di Medici (2)" von Luise Büchner erzählt von Lorenzo, der einem allgemeinen Drang folgt und in einen Raum tritt, in dem eine "Engelreine" liegt. Diese Schönheit ist so überwältigend, dass sie bei allen Anwesenden Tränen hervorruft. Lorenzo wird von einem tiefen Gefühl der Ehrfurcht und des Schmerzes ergriffen, als er die tote Schönheit vor sich sieht. In diesem Moment wird ihm klar, wonach er sein Leben lang gesucht hat. Seine Seele löst sich in Gesang auf, und die Poesie wird zu seinem neuen Lebensinhalt, der aus seinem vagen Träumen hervorbricht wie ein Stern aus der Nacht. Lorenzo verlässt den Raum als Dichter, verwandelt durch die unauslöschliche Macht der Schönheit. Das Gedicht verdeutlicht die transformative Kraft der Schönheit, die selbst im Tod neue Schönheit und Leben hervorbringen kann. Lorenzo's Erlebnis in dem Raum, in dem die "Engelreine" liegt, ist ein Wendepunkt in seinem Leben. Die Schönheit, die er dort erblickt, ist so überwältigend, dass sie ihn zu einem Dichter macht. Die Poesie wird zu seinem neuen Lebensinhalt, der aus seinem vagen Träumen hervorbricht wie ein Stern aus der Nacht. Lorenzo verlässt den Raum als veränderter Mensch, inspiriert von der unauslöschlichen Macht der Schönheit.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Bei diesem Weh trifft's ihn mit Blitzesscheine
- Metapher
- Wie jach ein Stern hervorbricht aus der Nacht
- Parallelismus
- So unvergänglich ist des Schönen Macht, So muß sein Anblick selber noch im Sterben
- Personifikation
- Lorenzo folgt dem allgemeinen Drange
- Symbolik
- Vor dieser todten Schönheit heil'gem Schreine