Lorelei

Carmen Sylva

unknown

Das Wasser kraust sich noch immer dort, Doch gleiten die Menschen darüber fort, Sie hören das heimliche Locken nicht, Sie schauen nicht mehr der Hexe Gesicht, Denn in der Schule, da wird es gelehrt, Der Hexenglauben sei ganz verkehrt. Doch droben liegt sie, die Lorelei, Und lässt die kleinen Krämer vorbei, Und lacht der Klugen, der Welt, der Zeit, Und liebt und leidet in Ewigkeit.

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Illustration zu Lorelei

Interpretation

Das Gedicht "Lorelei" von Carmen Sylva thematisiert den Wandel des Glaubens und der Kultur im Laufe der Zeit. Die Lorelei, eine Sagengestalt, die einst die Menschen mit ihrem Gesang verzauberte, wird heute von den meisten Menschen ignoriert. Die moderne Gesellschaft hat den Glauben an Hexen und andere übernatürliche Wesen hinter sich gelassen und sieht sie als überholt an. Die Lorelei selbst bleibt jedoch unverändert. Sie liegt immer noch an ihrem Felsen und beobachtet das Treiben der Menschen. Sie lässt die "kleinen Krämer" vorbei, die sich mit ihren alltäglichen Sorgen und Geschäften beschäftigen. Die Lorelei lacht über die "Klugen, der Welt, der Zeit", die glauben, alles zu wissen und alles erklären zu können. Sie ist unberührt von der fortschreitenden Zeit und bleibt eine mystische, romantische Figur. Die letzte Zeile des Gedichts, "Und liebt und leidet in Ewigkeit", deutet darauf hin, dass die Lorelei auch heute noch existiert und ihre Gefühle empfindet. Sie ist nicht nur eine Sage, sondern eine lebendige Gestalt, die von der Zeit unberührt bleibt. Das Gedicht regt zum Nachdenken über den Wert von Traditionen und Mythen in einer modernen, rationalen Welt an.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

Wortwolke zu Lorelei

Stilmittel

Hyperbel
Und liebt und leidet in Ewigkeit
Kontrast
Doch in der Schule, da wird es gelehrt, Der Hexenglauben sei ganz verkehrt
Metapher
Sie schauen nicht mehr der Hexe Gesicht
Personifikation
Und lacht der Klugen, der Welt, der Zeit