Logik
1839Es liegt voll seichter Logik Dein Brief in meinen Händen; Du meinst, was einen Anfang gehabt, Das müss′ auch wieder enden.
Ich kann mit solcher Weisheit Mich heute nimmer raufen; Doch meine beste Logik wär′, Mir einen Strick zu kaufen.
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Interpretation
Das Gedicht "Logik" von Ada Christen thematisiert die Auseinandersetzung mit einer rationalen Argumentation, die in einem Brief dargelegt wird. Die Sprecherin hält den Brief in den Händen und erkennt darin eine "seichte Logik", die davon ausgeht, dass alles, was einen Anfang hat, auch ein Ende haben muss. Diese einfache Logik wird als zu oberflächlich und nicht ausreichend für die Komplexität der Gefühle und der Situation der Sprecherin empfunden. Die Sprecherin zeigt sich unfähig, sich mit dieser "Weisheit" auseinanderzusetzen oder sie zu akzeptieren. Sie fühlt sich überfordert von der Rationalität, die in dem Brief zum Ausdruck kommt. Die Logik, die dort vorherrscht, scheint ihr zu kalt und zu unverbindlich zu sein, um auf ihre emotionale Verfassung einzugehen. Die Unfähigkeit, sich mit dieser Logik "raufen" zu können, deutet auf eine tiefe innere Zerrissenheit und Hilflosigkeit hin. In der letzten Strophe offenbart die Sprecherin eine drastische Konsequenz aus ihrer Verzweiflung. Ihre "beste Logik" wäre es, sich das Leben zu nehmen, indem sie sich einen Strick kauft. Dies ist ein Ausdruck äußerster Verzweiflung und zeigt, dass die emotionale Belastung so groß ist, dass selbst der Gedanke an den Suizid als logische Konsequenz erscheint. Das Gedicht endet mit einem schockierenden und düsteren Bild, das die Tiefe der Verzweiflung der Sprecherin verdeutlicht.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Ich kann mit solcher Weisheit Mich heute nimmer raufen
- Ironie
- Doch meine beste Logik wär′, Mir einen Strick zu kaufen.
- Metaphor
- Es liegt voll seichter Logik Dein Brief in meinen Händen