Lieder (4)
1835Weiche Luft, nach Sonnenbrande Hältst die Erde du umfangen! Spielst um sie wie Mutterlächeln, Kühlest ihre heißen Wangen.
Weiche Luft, bei deinem Hauche Athmet Alles neues Leben, Wie im ersten Frühlingswehen Baum und Blüthe froh sich heben.
Weiche Luft, du gleichst der Ruhe, Die der kranken Seele fächelt, Wenn nach letztem, heißem Kampfe Ihr ein neuer Friede lächelt.
Weiche Lüfte, weiche Ruhe, Wieget Erd′ und Seele leise, Stärkt die Welt zu neuem Blühen, Und das Herz zur Weiterreise!
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Interpretation
Das Gedicht "Lieder (4)" von Luise Büchner ist eine Ode an die sanfte Luft und ihre wohltuende Wirkung auf die Natur und die menschliche Seele. Die Autorin vergleicht die weiche Luft mit einem mütterlichen Lächeln, das die Erde nach der Hitze des Sommers kühl umarmt und ihre "heißen Wangen" beruhigt. Die Luft wird als lebensspendende Kraft dargestellt, die alles zum Neuausatmen bringt, ähnlich wie im Frühling, wenn Bäume und Blumen vor Freude aufleben. In der zweiten Strophe zieht Büchner einen Vergleich zwischen der weichen Luft und der Ruhe, die einer müden Seele nach einem anstrengenden Kampf Erleichterung bringt. Die Luft wird hier als erfrischende Brise dargestellt, die der Seele neuen Frieden schenkt. Die Autorin betont die heilende und erneuernde Kraft der sanften Luft, die sowohl der Erde als auch der menschlichen Seele neues Leben einhaucht. Im letzten Teil des Gedichts bittet die Autorin die weichen Lüfte und die Ruhe, die Erde und die Seele sanft zu wiegen. Sie wünscht sich, dass die Welt durch diese sanfte Kraft zu neuem Blühen gestärkt wird und das Herz die Kraft findet, seine Reise fortzusetzen. Das Gedicht endet mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf Erneuerung und Fortschritt, symbolisiert durch das Bild des sanften Wiegens und der Stärkung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Metapher
- Weiche Lüfte, weiche Ruhe
- Personifikation
- Wieget Erd′ und Seele leise
- Vergleich
- Spielst um sie wie Mutterlächeln