Lied

Sibylla Schwarz

unknown

O Phebus laß dein blicken eß will sich iezt nicht schicken du mußt mir trawrig seyn Schau wie auff meinen Wangen die Wasser-Perlen hangen alß Zeugen meiner Pein!

Ihr Himmel nembt mit Schmerzen doch meine Noht zu Herzen! Du schönes Firmament Verender dich geschwinde Weil ich kein Labsal finde und bin so voll Elendt!

Nun muß ich das bald meiden und kan mich nicht mehr weiden An dem daß meinen Sinn kan unverbrüchlich binden; So bald kan Lust verschwinden Sie fleugt wie Rauch dahin.

Der welcher herzlich liebet wird iederzeit betrübet und hat doch solchen Sinn daß er kann alles leiden; Doch wenn er sich muß scheiden so stirbt er gahr dahin.

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Lied

Interpretation

Das Gedicht "Lied" von Sibylla Schwarz handelt von tiefem emotionalen Schmerz und der Vergänglichkeit der Liebe. Die Sprecherin wendet sich an Phoebus, den Sonnengott, und bittet ihn, ihren Kummer zu erkennen, der sich in Tränen auf ihren Wangen manifestiert. Die Tränen werden als "Wasser-Perlen" beschrieben, die als Zeugen ihres Leidens dienen. Die Himmel und das Firmament werden ebenfalls angesprochen, um ihre Not zu teilen und sich zu verändern, da die Sprecherin keine Erleichterung findet und von Elend erfüllt ist. Die dritte Strophe reflektiert über die Notwendigkeit, sich von etwas zu trennen, das einst den Geist gefangen hielt. Die Sprecherin kann sich nicht mehr an der Lust erfreuen, die so vergänglich ist wie Rauch. Die vierte Strophe beschäftigt sich mit der Natur der Liebe, die sowohl tiefe Zuneigung als auch Schmerz mit sich bringt. Wer von Herzen liebt, wird immer wieder betrübt, kann aber alles ertragen. Doch wenn die Trennung unvermeidlich wird, stirbt er buchstäblich dahin. Das Gedicht vermittelt somit die Dualität von Liebe und Schmerz sowie die flüchtige Natur der Freude.

Schlüsselwörter

kan muß bald sinn dahin phebus laß blicken

Wortwolke

Wortwolke zu Lied

Stilmittel

Alliteration
Schau wie auff meinen Wangen
Apostrophe
Ihr Himmel nembt mit Schmerzen
Hyperbel
So stirbt er gahr dahin
Metapher
die Wasser-Perlen hangen
Personifikation
O Phebus laß dein blicken
Vergleich
Sie fleugt wie Rauch dahin