Lied des Lynkeus
1749Zum Sehen geboren, Zum Schauen bestellt, Dem Turme geschworen, Gefällt mir die Welt. Ich blick in die Ferne, Ich seh in die Näh′ Den Mond und die Sterne, Den Wald und das Reh. So seh ich in allen Die ewige Zier, Und wie mir′s gefallen, Gefall ich auch mir. Ihr glücklichen Augen, Was je ihr gesehn, Es sei, wie es wolle, Es war doch so schön!
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Interpretation
Das Gedicht "Lied des Lynkeus" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von der Freude am Sehen und der Schönheit der Welt. Der Sprecher, der als Seher geboren wurde, betrachtet die Welt mit Bewunderung und Genuss. Er sieht sowohl in die Ferne als auch in die Nähe und entdeckt dabei den Mond, die Sterne, den Wald und ein Reh. Dabei erkennt er die ewige Zier in allem, was er sieht, und fühlt sich selbst auch wohl in seiner Haut. Die Augen des Sprechers werden als glücklich bezeichnet, da sie so viel Schönes gesehen haben. Egal, was sie erblickt haben, ob es nun angenehm oder unangenehm war, es war immer auf seine Weise schön. Der Sprecher scheint eine positive und dankbare Haltung gegenüber der Welt und seinen eigenen Sinnen zu haben. Das Gedicht vermittelt eine Botschaft der Wertschätzung für die Schönheit der Natur und die Fähigkeit des Sehens. Es lädt den Leser dazu ein, die Welt mit offenen Augen zu betrachten und die kleinen und großen Wunder des Lebens zu erkennen. Der Sprecher scheint in einem Zustand der Zufriedenheit und des Glücks zu sein, der aus der Fähigkeit entsteht, die Schönheit in allem zu sehen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Zum Sehen geboren, Zum Schauen bestellt, Dem Turme geschworen, Gefällt mir die Welt.
- Hyperbel
- Es war doch so schön!
- Metapher
- Dem Turme geschworen
- Parallelismus
- Ich blick in die Ferne, Ich seh in die Näh′ Den Mond und die Sterne, Den Wald und das Reh.
- Personifikation
- Ihr glücklichen Augen