Lied des Harfenmädchens

Theodor Storm

1387

Heute, nur heute Bin ich so schön; Morgen, ach morgen Muß alles vergehn!

Nur diese Stunde Bist du noch mein; Sterben, ach sterben Soll ich allein.

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Illustration zu Lied des Harfenmädchens

Interpretation

Das Gedicht "Lied des Harfenmädchens" von Theodor Storm handelt von der Vergänglichkeit der Schönheit und der Liebe. Die Sprecherin, ein Harfenmädchen, betont die Einzigartigkeit und den flüchtigen Charakter ihrer Schönheit, die nur für einen kurzen Moment besteht. Sie weiß, dass ihre Anziehungskraft morgen schon verflogen sein wird und alles vergehen wird. Die Wiederholung des Wortes "morgen" unterstreicht die Unausweichlichkeit des Verfalls. In der zweiten Strophe wird die Vergänglichkeit der Liebe thematisiert. Die Sprecherin weiß, dass sie nur für diese eine Stunde die Geliebte des Angesprochenen ist. Die Verwendung des Wortes "sterben" verdeutlicht die Endgültigkeit und Einsamkeit, die mit dem Verlust der Liebe einhergeht. Die Sprecherin wird allein sterben müssen, ohne die Liebe, die sie so sehr begehrt. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung und reflektiert über die Vergänglichkeit des Lebens und der Liebe. Die Sprecherin scheint sich der Kürze ihres Glücks bewusst zu sein und betont die Einmaligkeit des Moments. Die Wiederholung des Wortes "ach" unterstreicht die Traurigkeit und das Bedauern über die unvermeidliche Vergänglichkeit. Das Gedicht lädt den Leser dazu ein, die Schönheit des Augenblicks zu genießen und sich bewusst zu machen, dass alles Irdische vergänglich ist.

Schlüsselwörter

heute morgen sterben schön muß vergehn stunde soll

Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
Morgen, ach morgen
Anapher
Sterben, ach sterben
Einsamkeit
Soll ich allein
Hyperbel
Nur diese Stunde / Bist du noch mein
Kontrast
Heute, nur heute / Morgen, ach morgen
Vergänglichkeit
Muß alles vergehn