Lied

Heinrich Christian Boie

1800

Des Morgens wache Königin Hört schon mein frühes Lied; Sie weiß wie liebevoll ich bin Und wie die Spröde flieht.

Und Phoebus von dem ersten Strahl Bis er zur Ruhe geht Sieht nichts als Thränen ohne Zahl, Die doch ihr Stolz verschmäht.

O! werd ich keinen Morgen sehn, Der mir gequältem lacht? Ist mir kein Tag, kein Abend schön, Und heiter keine Nacht?

Es ruft in meinen Trauerklang Der Wiederhall betrübt. Wann sagt mein freudiger Gesang, Daß Lalage mich liebt?

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Interpretation

Das Gedicht "Lied" von Heinrich Christian Boie beschreibt die unerwiderte Liebe des lyrischen Ichs zu einer Frau namens Lalage. In den ersten beiden Strophen wird deutlich, dass das lyrische Ich bereits am Morgen von seiner Liebe zu Lalage singt, die jedoch ihre Gefühle nicht erwidert und ihm ausweicht. Selbst der Sonnengott Phoebus sieht nur Tränen, die Lalage jedoch aus Stolz verschmäht. In der dritten Strophe fragt sich das lyrische Ich, ob es jemals einen Morgen erleben wird, an dem es nach seiner gequälten Nacht wieder lachen kann. Es scheint keine schönen Tage, Abende oder Nächte mehr zu geben, da es von seiner unerfüllten Liebe geplagt wird. Die Welt erscheint ihm trist und freudlos. In der letzten Strophe wünscht sich das lyrische Ich einen freudigen Gesang, der die Erwiderung seiner Liebe durch Lalage verkündet. Es sehnt sich danach, dass der Klang seiner Trauer durch einen Echo seiner Freude ersetzt wird. Das Gedicht endet mit der Frage, wann dieser glückliche Moment eintreten wird und das lyrische Ich endlich die Liebe seiner Angebeteten erfahren darf.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Ist mir kein Tag, kein Abend schön, Und heiter keine Nacht?
Metapher
Trauerklang
Personifikation
Des Morgens wache Königin
Wunsch
Wann sagt mein freudiger Gesang, Daß Lalage mich liebt?