Liebst du um Schönheit

Friedrich Rückert

unknown

Liebst du um Schönheit, O nicht mich liebe! Liebe die Sonne, Sie trägt ein gold’nes Haar!

Liebst du um Jugend, O nicht mich liebe! Liebe den Frühling, Der jung ist jedes Jahr!

Liebst du um Schätze, O nicht mich liebe. Liebe die Meerfrau, Sie hat viel Perlen klar.

Liebst du um Liebe, O ja, mich liebe! Liebe mich immer, Dich lieb’ ich immerdar.

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Illustration zu Liebst du um Schönheit

Interpretation

Das Gedicht "Liebst du um Schönheit" von Friedrich Rückert thematisiert die verschiedenen Gründe, aus denen jemand lieben könnte, und unterscheidet dabei zwischen oberflächlichen und tieferen, bedeutungsvolleren Motiven. In den ersten drei Strophen werden äußere Attribute wie Schönheit, Jugend und Reichtum als Gründe für die Liebe abgelehnt. Der lyrische Ich appelliert an die Geliebte, diese oberflächlichen Aspekte zu schätzen, aber nicht ihn selbst zu lieben, wenn diese die einzigen Gründe sind. In der vierten Strophe wendet sich das Gedicht einer tieferen Ebene der Liebe zu. Hier wird die Liebe um ihrer selbst willen als der einzige wahre und dauerhafte Grund für eine Beziehung dargestellt. Der lyrische Ich bittet darum, um der Liebe willen geliebt zu werden, und verspricht im Gegenzug ewige Liebe. Dies unterstreicht die Bedeutung einer emotionalen und spirituellen Verbindung, die über äußere Merkmale hinausgeht. Rückert verwendet in diesem Gedicht eine klare und einfache Sprache, die die Botschaft direkt und eindringlich vermittelt. Die Wiederholung des Satzes "O nicht mich liebe!" in den ersten drei Strophen betont die Ablehnung oberflächlicher Liebe und führt zu dem entscheidenden Wendepunkt in der letzten Strophe. Die Struktur des Gedichts, mit ihrem Wechsel zwischen Ablehnung und Annahme, unterstreicht die zentrale Botschaft über die Natur wahrer Liebe. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine zeitlose Botschaft über die Bedeutung von Liebe, die auf tieferen, inneren Werten basiert. Es ermutigt den Leser, über die Oberfläche hinauszublicken und die wahre Essenz der Liebe zu erkennen und zu schätzen. Durch seine klare und prägnante Sprache bleibt das Gedicht auch heute noch relevant und berührend.

Schlüsselwörter

liebe liebst schönheit sonne trägt gold nes haar

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Stilmittel

Anapher
Die Wiederholung von 'Liebst du um' und 'O nicht mich liebe!' am Anfang der Strophen
Kontrast
Der Wechsel von 'O nicht mich liebe!' zu 'O ja, mich liebe!' in der letzten Strophe
Metapher
Die Meerfrau als Symbol für Reichtum
Personifikation
Die Sonne wird als 'gold'nes Haar' tragend beschrieben
Reimschema
Das Gedicht folgt einem regelmäßigen Reimschema (AABB)