Liebestrost

Joseph Christian von Zedlitz

unknown

Laß mich diese Worte küssen, Diese Züge deiner Hand! Ja, gewiß, die Liebe war es, Die den Trost der Schrift erfand!

Ja, ich lese Deine Zeichen Und Du stehst vor meinem Blick, Sprichst zu mir, und jede Silbe Zaubert mir mein Glück zurück!

Und ich küsse Deine Hände, Deine Augen, Deinen Mund, Und ich trinke Deinen Athem, Und die Seele wird gesund!

Alle Räume schwinden, fliehen; Alles, was die Brust beengt, Hat das Herz mit kräft’gen Schlägen Losgerüttelt, weggesprengt! –

Anhören

Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Illustration zu Liebestrost

Interpretation

Das Gedicht "Liebestrost" von Joseph Christian von Zedlitz beschreibt die transformative Kraft der Liebe und den Trost, den sie dem lyrischen Ich bietet. Das Gedicht beginnt damit, dass der Sprecher die Worte und Züge der geliebten Person küsst und erkennt, dass die Liebe die Erfindung des Trostes in der Schrift war. Es betont die Bedeutung der geschriebenen Worte als Ausdruck von Liebe und Trost. Im zweiten Teil des Gedichts beschreibt der Sprecher, wie er die Zeichen der geliebten Person liest und sich vorstellt, dass sie vor seinem geistigen Auge erscheint. Jedes Wort, das sie spricht, zaubert sein Glück zurück und lässt ihn ihre Gegenwart spüren. Dies verdeutlicht die tiefe emotionale Verbindung zwischen den beiden Personen und wie die Liebe ihnen Trost und Glück schenkt. Der letzte Teil des Gedichts beschreibt die intensiven körperlichen Empfindungen und die seelische Heilung, die durch die Liebe erfahren werden. Der Sprecher küsst die Hände, Augen und den Mund der geliebten Person und trinkt ihren Atem. Diese Handlungen symbolisieren die tiefe Verbundenheit und das Verlangen nach Nähe. Die Liebe lässt alle Räume schwinden und befreit das Herz von allem, was es beengt. Die kräftigen Schläge des Herzens symbolisieren die befreiende Wirkung der Liebe, die alle Hindernisse überwindet und das lyrische Ich in einen Zustand des Glücks und der Erfüllung versetzt.

Schlüsselwörter

laß worte küssen züge hand gewiß liebe trost

Wortwolke

Wortwolke zu Liebestrost

Stilmittel

Anapher
Laß mich diese Worte küssen, Diese Züge deiner Hand!
Bildsprache
Alle Räume schwinden, fliehen; Alles, was die Brust beengt, Hat das Herz mit kräft'gen Schlägen Losgerüttelt, weggesprengt!
Hyperbel
Und ich küsse Deine Hände, Deine Augen, Deinen Mund, Und ich trinke Deinen Athem, Und die Seele wird gesund!
Metapher
Und jede Silbe Zaubert mir mein Glück zurück!
Personifikation
Die Liebe war es, Die den Trost der Schrift erfand!