Liebesprobe
1813Laß den Jüngling, der dich liebt, Eine Lilie pflücken, Eh dein Herz sich ihm ergibt, Um ihn zu beglücken.
Wird kein Tropfen von dem Tau Dann durch ihn vergossen, Der sie tränkt auf der Au, Sei der Bund geschlossen.
Wer so zart die Blume bricht, Daß sie nicht entwallen, Sorgt auch, daß Tränen nicht Deinem Aug entfallen.
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Interpretation
Das Gedicht "Liebesprobe" von Friedrich Hebbel thematisiert die Idee, die Aufrichtigkeit und Sanftheit der Liebe durch eine symbolische Handlung zu prüfen. Der Sprecher rät, einem jungen Mann, der liebt, eine Lilie pflücken zu lassen, bevor man sein Herz ihm schenkt. Diese Handlung dient als Prüfung seiner Zartheit und seines Respekts gegenüber der geliebten Person. Die Lilie, als Symbol der Reinheit und Zerbrechlichkeit, wird zum Prüfstein für die Liebe. Der Sprecher deutet an, dass, wenn der junge Mann die Lilie ohne den Verlust eines einzigen Tropfens Tau pflücken kann, der Bund geschlossen werden kann. Der Tau steht hier für die Zerbrechlichkeit und den Wert der Liebe, die behutsam behandelt werden muss. Die letzte Strophe unterstreicht die Bedeutung dieser Prüfung. Wer die Blume so sanft bricht, dass sie nicht entwallt, wird auch darauf achten, dass keine Tränen aus den Augen der Geliebten fallen. Dies verdeutlicht, dass wahre Liebe durch Achtsamkeit und Sorgfalt gekennzeichnet ist und dass der junge Mann, der diese Prüfung besteht, auch imstande sein wird, das Herz der Geliebten behutsam zu behandeln.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bedingung
- Wird kein Tropfen von dem Tau / Dann durch ihn vergossen
- Implikation
- Sorgt auch, daß Tränen nicht / Deinem Aug entfallen
- Metapher
- Laß den Jüngling, der dich liebt, / Eine Lilie pflücken
- Symbolik
- Lilie
- Vergleich
- Wer so zart die Blume bricht, / Daß sie nicht entwallen