Liebeslied
1876Potz, Deubelsdreck und Schwerebrett, ick jeh mit Jette Lück zu Bett. Jette, komm int Heu mit mich; sieben Kinder mach ick dich; willstu nich, denn willstu nich, aber haben muss ick dich, denn mir puderts fürchterlich. Jette, komm int Heu zu mich!
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Interpretation
Das Gedicht "Liebeslied" von Margarete Beutler zeigt eine humorvolle und direkte Annäherung an das Thema Liebe und Verführung. Der Sprecher, der in einer markdurchdringenden und etwas derben Sprache spricht, versucht, Jette Lück zu überzeugen, mit ihm ins Heu zu kommen. Die Verwendung von umgangssprachlichen Ausdrücken wie "Potz, Deubelsdreck und Schwerebrett" und "ick" verleiht dem Gedicht einen regionalen und authentischen Charakter. Die Struktur des Gedichts ist durch Wiederholungen und Reime geprägt, was eine rhythmische und eingängige Qualität erzeugt. Der Sprecher betont wiederholt die Dringlichkeit und das Verlangen, das er empfindet, was in der Zeile "denn mir puderts fürchterlich" gipfelt. Diese Direktheit und der spielerische Umgang mit der Sprache lassen das Gedicht lebendig und humorvoll wirken. Das Angebot, "sieben Kinder" zu machen, ist sowohl ein traditionelles als auch ein übertriebenes Versprechen, das die Ernsthaftigkeit des Angebots unterstreicht, gleichzeitig aber auch die Absurdität der Situation hervorhebt. Die abschließende Aufforderung "Jette, komm int Heu zu mich!" fasst die gesamte Botschaft des Gedichts zusammen und lässt den Leser mit einem Bild von rustikaler Romantik und unverblümter Leidenschaft zurück.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- willstu nich, denn willstu nich
- Ausruf
- denn mir puderts fürchterlich
- Imperativ
- Jette, komm int Heu mit mich
- Reimschema
- AABB
- Umgangssprache
- Potz, Deubelsdreck und Schwerebrett