Liebeslied
1890Hui über drei Oktaven Glissando unsre Lust. Laß mich noch einmal schlafen An deiner Brust.
Fern schleicht der Morgen sachte, Kein Hahn, kein Köter kläfft. Du brauchst doch erst um achte Ins Geschäft.
Laß die Matratze knarren! Nach hinten schläft der Wirt. Wie deine Augen starren! Dein Atem girrt!
Um deine Stirn der Morgen Flicht einen bleichen Kranz. Du ruhst in ihm geborgen Als eine Heilige und Jungfrau ganz.
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Interpretation
Das Gedicht "Liebeslied" von Klabund beschreibt die Intimität und Leidenschaft eines Liebespaares in einer Nacht. Der erste Vers betont die Intensität ihrer Lust, die sich über drei Oktaven erstreckt. Das Paar möchte sich noch einmal in den Armen des anderen geborgen fühlen, bevor der Morgen anbricht. Im zweiten Vers wird die Stille der Nacht betont, während der Morgen langsam naht. Es gibt keine störenden Geräusche wie das Krähen eines Hahns oder das Bellen eines Hundes. Der Mann muss jedoch bald zur Arbeit aufbrechen, da er um acht Uhr im Geschäft sein muss. Im dritten Vers wird die körperliche Nähe und Leidenschaft des Paares beschrieben. Die Matratze knarrt unter ihnen, während der Wirt nach hinten schläft. Die Blicke des Mannes und sein Atem werden als leidenschaftlich und intensiv beschrieben. Im letzten Vers wird die Heiligkeit und Reinheit der Frau betont, während sie in den Armen des Mannes ruht. Der Morgen flicht einen bleichen Kranz um ihre Stirn, was auf die Vergänglichkeit der Nacht und die bevorstehende Trennung hinweist. Die Frau wird als eine Heilige und Jungfrau beschrieben, was ihre Unschuld und Reinheit symbolisiert.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Glissando unsre Lust
- Ironie
- Du brauchst doch erst um achte Ins Geschäft
- Kontrast
- Als eine Heilige und Jungfrau ganz
- Personifikation
- Fern schleicht der Morgen sachte