Liebeskampf
unknownDas Wollen steht Du fliehst und fliehst Nicht halten Suchen nicht Ich Will Dich Nicht! Das Wollen steht Und reißt die Wände nieder Das Wollen steht Und ebbt die Ströme ab Das Wollen steht Und schrumpft die Meilen in sich Das Wollen steht Und keucht und keucht Und keucht Vor dir! Vor dir Und hassen Vor dir Und wehren Vor dir Und beugen sich Und Sinken Treten Streicheln Fluchen Segnen Um und um Die runde runde hetze Welt! Das Wollen steht! Geschehn geschieht! Im gleichen Krampfe Pressen unsre Hände Und unsre Tränen Wellen Auf Den gleichen Strom! Das Wollen steht! Nicht Du! Nicht Dich! Das Wollen steht! Nicht Ich!
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Interpretation
Das Gedicht "Liebeskampf" von August Stramm ist eine intensive Auseinandersetzung mit der unerbittlichen Kraft des Wollens, das den Protagonisten in einen inneren Konflikt stürzt. Die Wiederholung von "Das Wollen steht" unterstreicht die Unverrückbarkeit und Dominanz dieses Willens, der scheinbar alle Hindernisse überwindet und die physische Realität verändert. Die Person fühlt sich von diesem Willen getrieben, der sie dazu bringt, gegen ihre eigenen Gefühle zu handeln, wie durch den Ausruf "Nicht! Das Wollen steht" deutlich wird. Dieser innere Kampf wird durch die widersprüchlichen Handlungen und Emotionen verdeutlicht, die von Hass und Widerstand bis hin zu Unterwerfung und Zärtlichkeit reichen. Die Bildsprache des Gedichts ist kraftvoll und dynamisch, mit Metaphern wie dem Niederreißen von Wänden, dem Abflauen von Strömen und dem Schrumpfen von Meilen, die die überwältigende Kraft des Wollens illustrieren. Die Wiederholung von "Und keucht" betont die Anstrengung und die emotionale Erschöpfung, die dieser Kampf mit sich bringt. Die "runde runde hetze Welt" symbolisiert die chaotische und unerbittliche Natur dieses inneren Konflikts, der den Protagonisten in einem ständigen Zustand der Unruhe und des Durcheinanders hält. Im letzten Teil des Gedichts kommt es zu einer Art Versöhnung oder Akzeptanz, da die Hände und Tränen der Protagonisten in einem gemeinsamen Strom fließen, was auf eine tiefe, wenn auch schmerzhafte Verbindung hindeutet. Trotz der Erkenntnis, dass "Das Wollen steht", gibt es eine implizite Anerkennung der Unausweichlichkeit dieses Willens, der sowohl die Trennung als auch die Vereinigung bestimmt. Die abschließenden Zeilen "Nicht Du! Nicht Dich! Nicht Ich!" unterstreichen die Auflösung der individuellen Identität im Angesicht der übermächtigen Kraft des Wollens, das alle persönlichen Grenzen und Wünsche übersteigt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Und keucht und keucht
- Anapher
- Das Wollen steht
- Chiasmus
- Um und um / Die runde runde hetze Welt
- Enjambement
- Und unsre Tränen / Wellen / Auf / Den gleichen Strom
- Klimax
- Und beugen sich / Und / Sinken / Treten / Streicheln / Fluchen / Segnen
- Kontrast
- Fluchen / Segnen
- Metapher
- Und schrumpft die Meilen in sich
- Parallelismus
- Und beugen sich / Und / Sinken / Treten / Streicheln / Fluchen / Segnen
- Personifikation
- Das Wollen steht
- Wiederholung
- Nicht Du! / Nicht Dich! / Nicht / Ich!