Liebesgedicht

Wolfgang Borchert

1937

Du warst die Blume Makellos und ich war wild und wach. Als deine Iris überfloss, da gabst du gebend nach.

Ich war die Blume Schmerzenlos in deinem lichten Duft. Wir schenkten uns aus Grenzenlos, aus Erde, Leid und Gruft.

Da wuchs die Blume Morgenrot an unserer Nächte Saum. Wir litten eine süße Not um einen süßen Traum.

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Interpretation

Das Gedicht "Liebesgedicht" von Wolfgang Borchert handelt von einer tiefen, leidenschaftlichen Liebe, die beide Partner durch Höhen und Tiefen trägt. Die Blume steht dabei als Symbol für die Liebe selbst, die makellos und schmerzenlos zugleich ist. Der Sprecher beschreibt, wie er und seine Geliebte einander bedingungslos schenken, aus den Tiefen ihrer Seelen, aus Erde, Leid und Gruft. Sie wachsen zusammen, wie die Blume Morgenrot am Saum ihrer Nächte, und leiden eine süße Not um einen süßen Traum. Das Gedicht ist in drei Strophen gegliedert, die jeweils aus vier Versen bestehen. Die Reime sind durchgehend und die Verse sind meistens im gleichen Rhythmus gehalten. Die Sprache ist bildhaft und metaphorisch, wobei die Blume als zentrales Motiv immer wieder auftaucht. Die Farben Makellos, Schmerzenlos und Morgenrot geben dem Gedicht eine symbolische Tiefe und verstärken die emotionale Wirkung. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Sehnsucht nach einer vollkommenen, unbedingten Liebe, die alle Grenzen überwindet. Es beschreibt die Schönheit und den Schmerz der Liebe, die aus den Tiefen der Seele kommt und einen süßen Traum umspannt. Die Sprache ist poetisch und berührend, und das Gedicht insgesamt ist ein Plädoyer für die Kraft der Liebe, die selbst in den dunkelsten Stunden Trost und Hoffnung spendet.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Kontrast
[Du warst die Blume Makellos und ich war wild und wach]
Metapher
[Du warst die Blume Makellos Ich war die Blume Schmerzenlos Da wuchs die Blume Morgenrot]
Personifikation
[Als deine Iris überfloss]
Symbolik
[aus Erde, Leid und Gruft um einen süßen Traum]