Liebesfeuer, ewige Flammen

Kaspar Stieler

1660

Du liebst mich, Schaz-Rosille, mehr als dein eigen Herz, mein Wollen ist dein Wille, mein Wiedersinn dein Schmerz.

Du schleust mich mit viel küssen Fest in die Armen ein und lässest mich nicht wissen, was nur vergunnt mag sein.

Ist aber diß die Flammen zuleschen gnug, mein Kind, sie schlagen mehr zusammen und lodern in den Wind.

Die Flucht kann Feuer tödten lescht was die Gluht verlezzt: Je mehr komm′ ich in Nöhten, ie mehr dein Mund mich nezzt.

O dem betrübtem Stande! das kränkt mich, was mich süßt, wird nu der Tau zum Brande, der durch die Lippen fliegt.

Die heisse Donner-straalen, so schweer zu leschen sein, kann man doch offtermahlen mit Wasser kühlen ein.

Mein unaußleschlich Feuer erkennet keine Wehr, kehm Thetis mir zu steuer und göß′ auff mich ihr Meer.

Jedoch würd′ aus den Wellen die Flamme schlagen für, es würden seine Quellen vertrögen über ihr.

Du köntest mir noch mindern mein Seelchen, diese Brunst und seine Gluhten lindern durch nähre Liebes-gunst.

Was? näher? nicht. Wir kennen der Ehr und Tugend Schein. Eh wolt′ ich ganz verbrennen, als so geleschet sein.

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Illustration zu Liebesfeuer, ewige Flammen

Interpretation

Das Gedicht "Liebesfeuer, ewige Flammen" von Kaspar Stieler handelt von einer intensiven und leidenschaftlichen Liebe, die der Sprecher für eine Frau namens Schaz-Rosille empfindet. Der Sprecher beschreibt, wie sehr er von dieser Liebe ergriffen ist und wie sie sein ganzes Sein beherrscht. Er fühlt sich von der Frau angezogen und von ihr geliebt, aber gleichzeitig auch gequält und in einen Zustand der Verzweiflung versetzt. Die Liebe wird im Gedicht als ein Feuer dargestellt, das nicht gelöscht werden kann. Der Sprecher versucht, sich von dieser Liebe zu befreien, aber es gelingt ihm nicht. Er fühlt sich von der Frau angezogen und von ihr geliebt, aber gleichzeitig auch gequält und in einen Zustand der Verzweiflung versetzt. Die Liebe wird als eine unauslöschliche Flamme beschrieben, die den Sprecher in ihrem Bann hält und die er nicht kontrollieren kann. Am Ende des Gedichts kommt der Sprecher zu dem Schluss, dass er lieber ganz in dieser Liebe verbrennen würde, als sie zu löschen oder zu mindern. Er erkennt, dass die Liebe, obwohl sie ihn quält, auch etwas Schönes und Erfüllendes ist, das er nicht aufgeben möchte. Das Gedicht endet mit der Erkenntnis, dass die Liebe, obwohl sie schmerzhaft sein kann, auch etwas Wertvolles und Unverzichtbares ist, das man nicht aufgeben sollte.

Schlüsselwörter

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Wortwolke

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Stilmittel

Alliteration
mehr als dein eigen Herz
Hyperbel
mehr als dein eigen Herz
Metapher
Eh wolt′ ich ganz verbrennen, als so geleschet sein
Personifikation
mein Wollen ist dein Wille, mein Wiedersinn dein Schmerz