Liebesbüsche
1866Eure Rätsel, dichtversponnene Büsche, Bald nun sind sie wieder gelöst, wenn spottend Pfeift der Wind durch die leergeschüttelten Zweige! Wenig seid ihr selbst: doch flochtet ihr flüsternd Ein Geheimnis magisch dämmernder Schatten Um die Triebe schwärmender Sommerpärchen! Satt sind nun die Hungrigen, die ihr hegtet, Euer Werk ist getan - und rauh in die Gosse Fegt den dürren Rest das knochige Kehrweib.
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Interpretation
Das Gedicht "Liebesbüsche" von Hanns von Gumppenberg handelt von der vergänglichen Natur der Liebe und der Zeit. Die "dichtversponnenen Büsche" symbolisieren die Rätsel und Geheimnisse, die die Liebe umgeben. Doch bald werden diese Rätsel gelöst, wenn der Wind durch die leeren Zweige pfeift, was den Verfall und das Ende der Liebe andeutet. Die Büsche selbst sind wenig wert, aber sie haben ein magisches Geheimnis um die Triebe schwärmender Sommerpärchen gewoben. Sie haben den hungrigen Liebenden genährt und ihr Werk getan. Doch nun, da die Liebe verblasst ist, wird der dürre Rest von der "knochigen Kehrweib" in die Gosse gefegt. Dies deutet auf die Vergänglichkeit und den Verfall der Liebe hin, die letztendlich von der Zeit hinweggefegt wird.
Schlüsselwörter
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Stilmittel
- Metapher
- das knochige Kehrweib
- Personifikation
- Pfeift der Wind durch die leergeschüttelten Zweige