Liebes-Lied
1907Wie soll ich meine Seele halten, daß sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen? Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas Verlorenem im Dunkel unterbringen an einer fremden stillen Stelle, die nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen. Doch alles, was uns anrührt, dich und mich, nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich, der aus zwei Saiten Stimme zieht. Auf welches Instrument sind wir gespannt? Und welcher Geiger hat uns in der Hand? O süßes Lied.
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Interpretation
Das Gedicht "Liebes-Lied" von Rainer Maria Rilke handelt von der intensiven und unauflöslichen Verbindung zweier Menschen, die durch die Liebe zueinander verbunden sind. Der Sprecher fragt sich, wie er seine Seele vor der Berührung der Seele seines Geliebten schützen kann und wie er sie über ihn zu anderen Dingen erheben kann. Er wünscht sich, seine Seele an einem fernen, stillen Ort zu verstecken, der nicht von den Tiefen seines Geliebten berührt wird. Doch er erkennt, dass alles, was sie berührt, sie zusammenbringt wie ein Bogenstrich, der aus zwei Saiten eine Stimme zieht. Das Gedicht "Liebes-Lied" von Rainer Maria Rilke ist eine poetische Metapher für die tiefe Verbundenheit zweier Menschen, die durch die Liebe zueinander verbunden sind. Der Sprecher vergleicht ihre Seelen mit Saiten eines Instruments, die durch den Bogenstrich des Schicksals zum Klingen gebracht werden. Er fragt sich, auf welchem Instrument sie gespannt sind und welcher Geiger sie in der Hand hält. Die Antwort bleibt offen, aber der Sprecher scheint die Schönheit und den Zauber dieser Verbindung zu bewundern und zu preisen. Er nennt sie ein "süßes Lied", das aus der Harmonie zweier Seelen entsteht. Das Gedicht "Liebes-Lied" von Rainer Maria Rilke ist ein Ausdruck der Sehnsucht und der Faszination, die die Liebe auslösen kann. Der Sprecher ringt mit dem Wunsch, seine Seele vor der überwältigenden Wirkung seines Geliebten zu schützen, aber er erkennt auch die unwiderstehliche Anziehungskraft, die sie aufeinander ausüben. Er stellt sich vor, dass sie wie ein Instrument sind, das von einem unsichtbaren Geiger gespielt wird und einen süßen Klang erzeugt. Er akzeptiert und feiert diese Verbindung als etwas Einzigartiges und Wunderbares.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Frage
- Und welcher Geiger hat uns in der Hand?
- Metapher
- O süßes Lied.
- Personifikation
- Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen?