Liebe und Zorn

Hans Aßmann Freiherr von Abschatz

1699

Lieb und Zorn erhizt die Jugend/ Toller Wahn und Eitelkeit Stihlt der Menschen beste Zeit/ Mittel-Straße führt zur Tugend. Kohlen die am meisten rauchen Sind am mindsten zu gebrauchen.

Liebe/ wann die Zeit verhanden Und Vernunfft den Weg geweist. Zürne/ wanns die Ehre heist/ Daß du nicht bestehst mit Schanden. Rede/ was du kanst bekennen; Gleiche zu ist gutt zu rennen.

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Interpretation

Das Gedicht "Liebe und Zorn" von Hans Aßmann Freiherr von Abschatz thematisiert die Gefahren und Chancen der Jugend. Der Dichter beschreibt, wie Liebe und Zorn, aber auch Tollheit und Eitelkeit die besten Jahre der Menschen vergeuden können. Er plädiert für einen Mittelweg, der zur Tugend führt, und warnt vor dem übermäßigen "Rauchen" von Kohlen, das sie unbrauchbar macht. Im zweiten Teil des Gedichts gibt der Autor konkrete Ratschläge, wie man Liebe und Zorn richtig einsetzen sollte. Liebe sollte nur ausgelebt werden, wenn die Zeit reif ist und der Verstand den Weg weist. Zorn hingegen ist angebracht, wenn die Ehre es gebietet, um Schande abzuwenden. Man sollte nur das sagen, was man auch beichten kann, und gleichermaßen bereit sein, zu kämpfen und zu fliehen, wenn es die Situation erfordert. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine ausgewogene Lebensweisheit. Es ermutigt dazu, die Leidenschaften der Jugend zu zügeln und sie mit Vernunft zu lenken. Der Dichter betont die Bedeutung von Selbstreflexion, moralischer Integrität und situationsbedingter Anpassungsfähigkeit für ein tugendhaftes Leben.

Schlüsselwörter

zeit lieb zorn erhizt jugend toller wahn eitelkeit

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Stilmittel

Alliteration
Lieb und Zorn erhizt die Jugend
Bildsprache
Kohlen die am meisten rauchen
Kontrast
Liebe/ wann die Zeit verhanden / Und Vernunfft den Weg geweist. / Zürne/ wanns die Ehre heist
Metapher
Kohlen die am meisten rauchen
Parallelismus
Liebe/ wann die Zeit verhanden / Und Vernunfft den Weg geweist. / Zürne/ wanns die Ehre heist
Reimschema
AABB
Rhythmus
Mittel-Straße führt zur Tugend