Liebe

Khalil Gibran

1918

Wo immer sie auftritt ist die Liebe unser Herr und Meister. Sie ist nicht ausschweifende Lust, nicht Begierde des Fleisches, kein Splitter des Verlangens, im Widerstreit mit dem Ich, auch kein Teil des Fleisches, das gegen den Geist zu Felde zieht. Denn die Liebe lehnt sich nicht auf. Sie verläßt nur die ausgetretenen Pfade vergangener Geschicke.

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Illustration zu Liebe

Interpretation

Das Gedicht "Liebe" von Khalil Gibran stellt die Liebe als eine erhabene und beherrschende Kraft dar, die über die bloße körperliche Anziehung oder Begierde hinausgeht. Die Liebe wird als "unser Herr und Meister" bezeichnet, was ihre tiefe Bedeutung und ihre Kontrolle über das menschliche Leben unterstreicht. Gibran betont, dass die Liebe nicht mit ausschweifender Lust oder fleischlicher Begierde gleichzusetzen ist, sondern eine höhere, geistige Dimension besitzt. Sie ist nicht Teil des Fleisches, das gegen den Geist kämpft, sondern eine Kraft, die über die physischen und emotionalen Konflikte hinausgeht. In den folgenden Zeilen wird die Liebe als etwas dargestellt, das sich nicht auflehnt oder auflehnt, sondern stattdessen die ausgetretenen Pfade vergangener Geschicke verlässt. Dies deutet darauf hin, dass die Liebe eine transformative Kraft ist, die alte Muster und Gewohnheiten durchbricht und neue Wege einschlägt. Die Liebe wird als etwas dargestellt, das über die Grenzen des Gewohnten hinausgeht und neue Möglichkeiten eröffnet. Sie ist nicht an die Vergangenheit gebunden, sondern schafft Raum für Neues und Unerwartetes. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine Vision der Liebe als einer erhabenen, befreienden Kraft, die über die physischen und emotionalen Begrenzungen hinausgeht. Gibran fordert den Leser auf, die Liebe nicht als etwas Alltägliches oder Gewöhnliches zu betrachten, sondern als eine mächtige, transformative Kraft, die das Leben bereichern und verändern kann. Die Liebe wird als eine Reise dargestellt, die über die ausgetretenen Pfade hinausgeht und neue Horizonte eröffnet.

Schlüsselwörter

liebe fleisches kein auftritt herr meister ausschweifende lust

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Wortwolke zu Liebe

Stilmittel

Anapher
Wo immer sie auftritt ist die Liebe unser Herr und Meister.
Kontrast
Sie ist nicht ausschweifende Lust, nicht Begierde des Fleisches, kein Splitter des Verlangens, im Widerstreit mit dem Ich, auch kein Teil des Fleisches, das gegen den Geist zu Felde zieht.
Metapher
Liebe lehnt sich nicht auf.
Personifikation
Denn die Liebe lehnt sich nicht auf.
Symbolik
ausgetretenen Pfade vergangener Geschicke