Lieb und Leid im leichten Leben...
1802Lieb und Leid im leichten Leben Sich erheben, abwärts schweben, Alles will das Herz umfangen, Nur Verlangen, nie erlangen,
In dem Spiegel all ihr Bilder, Blicket milder, blicket wilder, Kann doch Jugend nichts versäumen Fort zu träumen, fort zu schäumen.
Frühling soll mit süßen Blicken Mich entzücken und berücken, Sommer mich mit Frucht, und Mirten, Reich bewirten, froh umgürten.
Herbst du sollst mich Haushalt lehren, Zu entbehren, zu begehren, Und du Winter lehr mich sterben, Mich verderben, Frühling erben,
Wasser fallen um zu springen, Um zu klingen, um zu singen, Schweig ich stille, wie und wo? Trüb und froh, nur so, so!
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Interpretation
Das Gedicht "Lieb und Leid im leichten Leben" von Clemens Brentano beschreibt die Wechselhaftigkeit des Lebens und die damit verbundenen Gefühle. Das Herz strebt danach, alles zu umfassen, doch es bleibt stets beim Verlangen und Erreichen bleibt aus. Die Spiegelung der Bilder im Spiegel symbolisiert die verschiedenen Facetten des Lebens, die das Herz in milder oder wilder Weise betrachtet. Die Jugend ist geprägt von Träumen und Schäumen, wobei nichts versäumt werden soll. Die vier Jahreszeiten werden als Metaphern für verschiedene Lebensabschnitte verwendet. Der Frühling soll mit seinen süßen Blicken entzücken und verzaubern, der Sommer mit seinen Früchten und Myrten bereichern und umgeben. Der Herbst lehrt den Umgang mit Haushalt und Verzicht, während der Winter das Sterben und Vergehen symbolisiert. Doch auch der Winter birgt die Hoffnung auf einen neuen Frühling, der das Erbe antritt. Das Wasser, das fällt, um zu springen, zu klingen und zu singen, steht für die ständige Bewegung und Veränderung im Leben. Der Sprecher fragt sich, wo und wie er schweigen soll, und beschreibt sich selbst als trüb und froh, nur so dahinlebend. Das Gedicht vermittelt eine melancholische Stimmung, die jedoch auch von Hoffnung und Lebensfreude durchzogen ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Wasser fallen um zu springen
- Anapher
- Fort zu träumen, fort zu schäumen
- Hyperbel
- Nur Verlangen, nie erlangen
- Kontrast
- Um zu klingen, um zu singen
- Metapher
- Herbst du sollst mich Haushalt lehren
- Parallelismus
- Lieb und Leid im leichten Leben sich erheben, abwärts schweben
- Personifikation
- Und du Winter lehr mich sterben
- Rhetorische Frage
- Schweig ich stille, wie und wo?