Leuchten durchs Laub
1928O ihr dichtbelaubten Sommerbäume, Was nur gibt euch euern großen Zauber? Daß ihr wurzelt in der dunklen Erde, Daß ihr aufragt in den hellen Himmel, Daß ihr zwischen Erd’ und Himmel haltet Viele hundert grünkristallne Teller, Die des Lichtes blendend strenges Strömen Hoch im Blau empfangen, und behutsam Teilend auf einander niedergießen, Bis die Feuerflut gelinder leuchtet, Aller Ahnung voll, doch freundlich nahe Menschenaugen tränkt und Menschenherzen.
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Interpretation
Das Gedicht "Leuchten durchs Laub" von Hanns von Gumppenberg thematisiert die faszinierende Wirkung sommerlicher Bäume und ihre Verbindung zwischen Erde und Himmel. Der Dichter fragt nach dem Geheimnis ihres Zaubers und beschreibt sie als lebendige Vermittler zwischen den Welten. In der zweiten Strophe wird das Bild der "grünkristallnen Teller" eingeführt, das die Blätter als lichtbrechende Elemente personifiziert. Diese imaginären Schalen fangen das grelle Sonnenlicht ein und leiten es sanft weiter, bis es die menschliche Wahrnehmung erreicht. Dieser Prozess wird als eine Art Filterung oder Transformation des Lichts beschrieben. Die letzte Strophe deutet an, dass das durch die Blätter fallende Licht nicht nur die Augen, sondern auch die Herzen der Menschen erreicht. Es trägt eine "Ahnung" in sich, die sowohl tiefgründig als auch tröstlich ist. Das Gedicht schließt mit der Vorstellung, dass die Bäume durch ihre einzigartige Position und Funktion eine Brücke zwischen dem Himmelslicht und dem menschlichen Erleben schlagen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Die des Lichtes blendend strenges Strömen Hoch im Blau empfangen, und behutsam Teilend auf einander niedergießen
- Frage
- O ihr dichtbelaubten Sommerbäume, Was nur gibt euch euern großen Zauber?
- Hyperbel
- Viele hundert grünkristallne Teller
- Metapher
- Menschenaugen tränkt und Menschenherzen
- Personifikation
- bis die Feuerflut gelinder leuchtet