Letzter Wille
1806Wenn einst der Tod an mein Lager tritt, Drei Stücke gib in den Sarg mir mit:
Geraniumblüte, brennend rot, Wie meine Lieb′ war bis zum Tod;
Ein duftend Röslein auch leg′ hin, Wild wachsend wie mein freier Sinn;
Ein Lorbeerzweig lieg′ auch dabei, Ein Zweig nur, daß kein Kranz es sei!
Dann setz′ an meinen Sarg dich hin Und weine, daß ich gestorben bin;
Und sprichst du dann: Wie der, wie der, So liebt mich niemand auf Erden mehr!
Dann ist mein Tagewerk getan, Dann schwingt mein Geist sich himmelan!
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Interpretation
Das Gedicht "Letzter Wille" von Friedrich Halm beschreibt den letzten Wunsch des lyrischen Ichs, als es dem Tod ins Auge blickt. Der Sprecher wünscht sich, drei symbolische Gegenstände mit ins Grab zu nehmen: eine rote Geraniumblüte, die die leidenschaftliche Liebe des Verstorbenen symbolisiert, ein wild duftendes Röslein, das den freien Geist des Verstorbenen repräsentiert, und einen Lorbeerzweig, der zwar Ruhm und Ehre symbolisiert, aber nur als einzelner Zweig, um keinen Kranz zu bilden. Diese Gegenstände sollen die Essenz des Lebens und der Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegeln. Das lyrische Ich bittet darum, dass sich jemand an sein Grab setzt und um ihn weint, um die Trauer und den Verlust zu betonen. Der Satz "Wie der, wie der, so liebt mich niemand auf Erden mehr!" verdeutlicht die Einzigartigkeit der Liebe und Persönlichkeit des Verstorbenen. Dieser Wunsch nach Trauer und Erinnerung zeigt den Wunsch des lyrischen Ichs, auch nach dem Tod nicht vergessen zu werden und die tiefe emotionale Bindung zu den Hinterbliebenen zu unterstreichen. Die abschließenden Zeilen "Dann ist mein Tagewerk getan, Dann schwingt mein Geist sich himmelan!" symbolisieren den friedlichen Abschluss des Lebens und den Übergang in ein höheres, spirituelles Dasein. Der Verstorbene fühlt sich erfüllt und bereit, den irdischen Körper zu verlassen, da seine Mission auf Erden vollendet ist. Das Gedicht endet mit einem hoffnungsvollen Ausblick auf das Jenseits, wo der Geist des Verstorbenen in den Himmel aufsteigt und ewigen Frieden findet.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Und sprichst du dann: Wie der, wie der
- Bildsprache
- Wild wachsend wie mein freier Sinn
- Hyperbel
- So liebt mich niemand auf Erden mehr
- Metapher
- Wenn einst der Tod an mein Lager tritt
- Symbolik
- Ein Lorbeerzweig lieg′ auch dabei