Letzter Hauch
1808Wem ich dieses klage, weiß ich klage nicht; der ich dieses sage, fühlt, ich zage nicht.
Heute heißt′s Verglimmen, wie ein Licht verglimmen in der Luft verschwimmen, wie ein Ton verschwimmt.
Möge schwach wie immer, aber hell und rein, dieser letzte Schimmer, dieser Ton mir sein.
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Interpretation
Das Gedicht "Letzter Hauch" von David Friedrich Strauß beschreibt die innere Haltung des lyrischen Ichs angesichts des eigenen Todes. Das Ich spricht über seine Klage und sein Zagen, aber diese Gefühle sind nicht für jemand Bestimmtes bestimmt, sondern existieren nur für sich selbst. Es geht um die Akzeptanz des eigenen Vergehens und die Hoffnung, dass der letzte Atemzug noch hell und rein sein möge. Im zweiten Teil des Gedichts wird der Prozess des Sterbens mit dem Verglimmen eines Lichts und dem Verschwinden eines Tones verglichen. Das Ich akzeptiert das Schwächerwerden, wünscht sich aber, dass der letzte Funke und der letzte Ton noch rein und hell sein mögen. Es geht um die Würde und den Anstand im Angesicht des Todes. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische, aber auch resignierte Stimmung. Das Ich akzeptiert den unausweichlichen Tod, wünscht sich aber noch einen würdevollen Abschied. Es geht um die menschliche Endlichkeit und die Suche nach Bedeutung im Angesicht des eigenen Vergehens.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- dieser letzte Schimmer, dieser Ton mir sein
- Enjambement
- Wem ich dieses klage, weiß ich klage nicht; der ich dieses sage, fühlt, ich zage nicht.
- Metapher
- wie ein Licht verglimmen in der Luft verschwimmen, wie ein Ton verschwimmt
- Vergleich
- wie ein Licht verglimmen in der Luft verschwimmen
- Wiederholung
- wie ein Licht verglimmen in der Luft verschwimmen, wie ein Ton verschwimmt