Letzte Worte über Griechenland

George Gordon Lord Byron

1811

Was ist mir Ruhm und Ehre, was die Qual, in der ein Volk gebiert ein neues Reich? Ich stürb′ dafür. Doch hätte ich die Wahl, ich ließ′ die Krone: Lorbeer macht mich reich. Ich bin ein Narr der Leidenschaft; einmal nur blickst du kalt mich an, ich werde bleich - ein Vogel, dem ein Vipernblick befahl, herabzustürzen in des Todes Reich. So blendend ist, so bannend dieser Strahl, so stark dein Zauber - oder ich so weich.

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Interpretation

Das Gedicht "Letzte Worte über Griechenland" von George Gordon Lord Byron ist eine tiefgründige Reflexion über Ruhm, Ehre und die Leidenschaft des Dichters. Der Sprecher stellt die Frage, was ihm Ruhm und Ehre bedeuten, wenn sie mit der Qual verbunden sind, ein neues Reich zu gebären. Er zeigt sich bereit, für diese Ideale zu sterben, betont aber auch, dass er die Krone ablehnen würde, da ihm der Lorbeer genügt, um reich zu sein. Dies deutet auf eine gewisse Distanzierung von der Macht und eine Vorliebe für die Anerkennung durch die Kunst hin. Der zweite Teil des Gedichts offenbart die emotionale Verletzlichkeit des Sprechers. Er bezeichnet sich selbst als "Narr der Leidenschaft", der bei einem kalten Blick der geliebten Person erblassen würde. Diese Metapher des Vogels, der durch den bannenden Blick einer Viper in den Tod stürzt, verdeutlicht die überwältigende Wirkung der Liebe und die damit verbundene Gefahr. Der Sprecher ist bereit, sich dieser Gefahr auszusetzen, was auf eine tiefe emotionale Bindung und eine Hingabe an die Liebe schließen lässt. Die abschließenden Zeilen betonen die überwältigende Kraft des Zaubers der Geliebten oder die Schwäche des Sprechers. Der "blendende" und "bannende" Strahl, der von der Geliebten ausgeht, hat eine starke Anziehungskraft auf den Sprecher. Die Ambivalenz zwischen der Stärke des Zaubers und der Schwäche des Sprechers lässt Raum für Interpretationen über die Natur der Liebe und die Machtverhältnisse in einer Beziehung. Insgesamt ist das Gedicht eine eindringliche Darstellung der menschlichen Leidenschaft, der Sehnsucht nach Anerkennung und der Gefahr, die in der Liebe liegt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
ein Vogel, dem ein Vipernblick befahl
Hyperbel
ein Vogel, dem ein Vipernblick befahl, herabzustürzen in des Todes Reich
Kontrast
Was ist mir Ruhm und Ehre, was die Qual
Metapher
Lorbeer macht mich reich
Personifikation
ein Vogel, dem ein Vipernblick befahl