Letzte Hoffnung
1827Hie und da ist an den Bäumen Manches bunte Blatt zu seh′n, Und ich bleibe vor den Bäumen Oftmals in Gedanken steh′n.
Schaue nach dem einen Blatte, Hänge meine Hoffnung dran; Spielt der Wind mit meinem Blatte, Zitt′r′ ich, was ich zittern kann.
Ach, und fällt das Blatt zu Boden, Fällt mit ihm die Hoffnung ab; Fall′ ich selber mit zu Boden, Wein′ auf meiner Hoffnung Grab.
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Interpretation
Das Gedicht "Letzte Hoffnung" von Wilhelm Müller beschreibt die fragile Natur der Hoffnung anhand eines farbigen Blattes an einem Baum. Der Sprecher beobachtet die bunten Blätter und verweilt oft in Gedanken bei ihnen. Er heftet seine Hoffnung an ein bestimmtes Blatt und zittert bei jeder Bewegung des Windes, aus Angst, dass das Blatt fallen könnte. Die Hoffnung des Sprechers ist so eng mit dem Blatt verbunden, dass sein Fall den Verlust der Hoffnung bedeutet. Der Sprecher vergleicht sich selbst mit dem Blatt und befürchtet, dass er ebenfalls zu Boden fallen wird, wenn die Hoffnung verloren geht. Er stellt sich vor, auf dem Grab seiner Hoffnung zu weinen, was die tiefe Trauer und Verzweiflung symbolisiert, die mit dem Verlust der Hoffnung einhergehen. Das Gedicht verdeutlicht die Vergänglichkeit und Zerbrechlichkeit der Hoffnung. Es zeigt, wie sehr sich der Mensch an seine Hoffnungen klammert und wie sehr er unter ihrem Verlust leidet. Die Metapher des Blattes veranschaulicht eindrucksvoll die Unbeständigkeit und die Abhängigkeit der Hoffnung von äußeren Umständen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Hyperbel
- Zitt′r′ ich, was ich zittern kann
- Metapher
- Wein′ auf meiner Hoffnung Grab
- Personifikation
- Spielt der Wind mit meinem Blatte