Leser oder Kritiker
1779Lied gefällt, was Meister Feil auch spreche. Für Gäste kocht ich zu: was kümmern mich die Köche?
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Interpretation
Das Gedicht "Leser oder Kritiker" von Heinrich Christian Boie thematisiert die Beziehung zwischen Schöpfer und Rezipient. Es stellt die Frage, ob der Leser oder Kritiker das Werk anhand der Intention des Autors beurteilen sollte oder ob er es unabhängig davon genießen kann. Das Gedicht beginnt mit der Aussage, dass ein Lied gefällt, unabhängig davon, was der Meister Feil (vermutlich ein Kritiker) dazu sagt. Dies deutet darauf hin, dass die Meinung des Kritikers nicht unbedingt die des Lesers beeinflussen muss. Das zweite Verspaar verwendet eine kulinarische Metapher: Der Sprecher kocht für die Gäste, ohne sich um die Köche zu kümmern. Dies verdeutlicht, dass der Schöpfer für das Publikum schafft und sich nicht um die Meinung anderer Künstler oder Kritiker kümmern muss. Das Gedicht plädiert somit für eine unabhängige Rezeption von Kunst und Literatur. Es ermutigt den Leser, sich eine eigene Meinung zu bilden und sich nicht von der Meinung von Kritikern oder anderen Autoritäten beeinflussen zu lassen. Die Intention des Autors oder die Techniken, die bei der Erschaffung verwendet wurden, sind sekundär gegenüber dem persönlichen Genuss und der Interpretation des Werkes.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Ironie
- Für Gäste kocht ich zu: was kümmern mich die Köche?
- Metapher
- Meister Feil