Lesebuch

Johann Wolfgang von Goethe

1749

Wunderlichstes Buch der Bücher Ist das Buch der Liebe; Aufmerksam hab ich′s gelesen: Wenig Blätter Freuden, Ganze Hefte Leiden; Einen Abschnitt macht die Trennung. Wiedersehn! ein klein Kapitel, Fragmentarisch. Bände Kummers Mit Erklärungen verlängert, Endlos, ohne Maß. O Nisami! - doch am Ende Hast den rechten Weg gefunden; Unauflösliches, wer löst es? Liebende, sich wieder findend.

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Interpretation

Das Gedicht "Lesebuch" von Johann Wolfgang von Goethe handelt von der Liebe als einem Buch, das voller Höhen und Tiefen ist. Der Sprecher hat dieses Buch aufmerksam gelesen und festgestellt, dass es nur wenige Seiten des Glücks, aber ganze Hefte des Leidens enthält. Die Trennung nimmt einen ganzen Abschnitt ein, während das Wiedersehen nur ein kleines Kapitel darstellt. Die Bände des Kummers sind endlos und werden durch Erklärungen noch weiter verlängert. Der Sprecher zitiert den persischen Dichter Nisami, der am Ende den richtigen Weg gefunden hat. Das Rätsel der Liebe, das unlösbar scheint, wird schließlich von Liebenden gelöst, die sich wiederfinden. Das Gedicht vermittelt die Idee, dass die Liebe trotz aller Widrigkeiten und Schmerzen letztendlich triumphieren kann, wenn sich zwei Menschen wiederfinden. Die Metapher des Buches der Liebe verdeutlicht die Komplexität und Tiefe menschlicher Beziehungen. Wie ein Buch hat auch die Liebe verschiedene Kapitel und Abschnitte, die von Glück, Leid, Trennung und Wiedersehen geprägt sind. Das Gedicht lädt den Leser dazu ein, über die Höhen und Tiefen der Liebe nachzudenken und die Hoffnung zu bewahren, dass sich Liebende am Ende wiederfinden werden.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Anapher
Wiedersehn! ein klein Kapitel
Apostrophe
O Nisami! - doch am Ende Hast den rechten Weg gefunden
Hyperbel
Endlos, ohne Maß
Kontrast
Wenig Blätter Freuden, Ganze Hefte Leiden
Metapher
Wunderlichstes Buch der Bücher Ist das Buch der Liebe
Personifikation
Wenig Blätter Freuden, Ganze Hefte Leiden
Rhetorische Frage
Unauflösliches, wer löst es?