Lenzgefühl
unknownDas ist ein Musiziren Im Wald und in dem Hain; Wer soll die Lust verlieren Und da nicht fröhlich sein? Auf! laßt uns ziehn mit Sang Den grünen Wald entlang!
Die weißen Blüthenflocken, Der Blumen süßen Duft, Der Vögel selig Locken In warmer Frühlingsluft: Das kann uns Niemand nehmen, O laß, o laß das Grämen!
Ob bei geringer Habe Ihr in der Hütte wohnt, Ob bei des Reichthums Labe In gold′nen Sälen thront, Ruft es mit lautem Schalle: Der Lenz ist für uns Alle!
Bald kommt er doch ja wieder, Der Winter, rauh und kalt, Wann all′ die hellen Lieder Verklungen und verhallt: Dann können wir beweinen Verlor′nen Lenzes Scheinen!
Jetzt aber laßt uns lauschen, Was er uns Frohes sagt, Von dem die Ströme rauschen, Und mit dem jauchzt und klagt Das All auf jeder Spur: Dem Geiste der Natur!
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Lenzgefühl" von Max Vogler ist ein Loblied auf den Frühling und die damit verbundene Freude und Lebendigkeit in der Natur. Der Sprecher lädt dazu ein, die Schönheit und das Musizieren im Wald und Hain zu genießen und mit Gesang den grünen Wald entlang zu ziehen. Die Natur wird als Quelle der Lust und Fröhlichkeit dargestellt, die niemand nehmen kann. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Gleichheit betont, die der Frühling allen Menschen bringt, unabhängig von ihrem sozialen Status oder Wohlstand. Ob arm oder reich, der Frühling ruft mit lauter Stimme, dass er für alle da ist. Diese Idee der universellen Freude und des geteilten Erlebens der Natur wird als tröstlich und erhebend dargestellt. Der letzte Teil des Gedichts weist jedoch darauf hin, dass der Frühling vergänglich ist und der Winter mit seiner Kälte und Stille zurückkehren wird. Der Sprecher ermutigt dazu, die gegenwärtige Freude und das Frohe, das die Natur mitteilt, zu genießen und zu lauschen, solange es noch da ist. Die Natur wird als Ausdruck des Geistes der Natur selbst dargestellt, der in allen Elementen der Umgebung zu spüren ist.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Der Vögel selig Locken In warmer Frühlingsluft
- Anapher
- Das ist ein Musiziren Im Wald und in dem Hain; Wer soll die Lust verlieren Und da nicht fröhlich sein?
- Hyperbel
- Das kann uns Niemand nehmen
- Kontrast
- Ob bei geringer Habe Ihr in der Hütte wohnt, Ob bei des Reichthums Labe In gold′nen Sälen thront
- Metapher
- Das kann uns Niemand nehmen, O laß, o laß das Grämen!
- Parallelismus
- Und mit dem jauchzt und klagt Das All auf jeder Spur
- Personifikation
- Ruft es mit lautem Schalle: Der Lenz ist für uns Alle!
- Symbolik
- Der Lenz ist für uns Alle!
- Synästhesie
- Der Vögel selig Locken In warmer Frühlingsluft
- Vorausdeutung
- Bald kommt er doch ja wieder, Der Winter, rauh und kalt, Wann all′ die hellen Lieder Verklungen und verhallt