Leise zieht durch mein Gemüt...

Heinrich Heine

1830

Leise zieht durch mein Gemüt Liebliches Geläute. Klinge, kleines Frühlingslied. Kling hinaus ins Weite.

Kling hinaus, bis an das Haus, Wo die Blumen sprießen. Wenn du eine Rose schaust, Sag, ich laß sie grüßen.

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Illustration zu Leise zieht durch mein Gemüt...

Interpretation

Das Gedicht "Leise zieht durch mein Gemüt..." von Heinrich Heine handelt von der Sehnsucht nach Frühling und Liebe. Das lyrische Ich lauscht dem sanften Klingen eines Frühlingsliedes, das durch seine Seele zieht und es mit zarter Melancholie erfüllt. Das Lied soll hinaus in die Weite dringen und bis zu dem Haus gelangen, wo die Blumen sprießen - ein Symbol für die Wiederkehr des Frühlings und der Liebe. In den letzten beiden Versen wird die tiefe Verbundenheit des lyrischen Ichs mit der Natur und der Liebe deutlich. Es wünscht sich, dass das Frühlingslied, wenn es eine Rose erblickt, ihr seinen Gruß ausrichten möge. Dies verdeutlicht die Sehnsucht nach einer geliebten Person, die mit der Rose symbolisiert wird. Das lyrische Ich ist nicht selbst in der Lage, die Rose zu erreichen und zu grüßen, weshalb es das Frühlingslied als Boten einsetzt. Das Gedicht vermittelt eine Stimmung der sanften Melancholie und der unerfüllten Sehnsucht. Das lyrische Ich sehnt sich nach der Liebe und dem Frühling, kann diese aber nicht selbst in die Tat umsetzen. Stattdessen träumt es davon, dass das Frühlingslied als Bote seine Grüße überbringt. Die zarten, lieblichen Klänge des Liedes stehen im Kontrast zur tiefen Sehnsucht und dem Gefühl der Unerreichbarkeit der Geliebten.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Leise zieht durch mein Gemüt
Anapher
Kling hinaus
Apostrophe
Klinge, kleines Frühlingslied
Metapher
Liebliches Geläute
Personifikation
Wo die Blumen sprießen