Legende
unknownIn Indien - sagt man - weint der Mond Kristalle, Den schattenloser schwerer Traum umwand. Und wer des Mondes Träne drunten fand, Der geht gefeit vor Tod und jähem Falle.
Nun mag die Pest der Völker Leiber fretzen Und Hunger sie auf Wegen müde hetzen. Er aber quert die Nacht und die Gewimmer, In Händen haltend nie versiegten Schimmer.
Anhören
Das Gedicht als Bild, zum Downloaden und Teilen

Interpretation
Das Gedicht "Legende" von Jakob van Hoddis erzählt eine mythische Geschichte aus Indien, in der der Mond Kristalle weint. Diese Kristalle sollen denjenigen, der sie findet, vor Tod und plötzlichem Fall schützen. Die Legende vermittelt eine Vorstellung von Unsterblichkeit und Schutz, die in der Welt der Sterblichkeit und des Leids existiert. Die zweite Strophe kontrastiert die harten Realitäten des Lebens, wie Pest und Hunger, mit der Hoffnung und dem Schutz, den der Mondkristall bietet. Trotz der Plagen, die die Menschen heimsuchen, gibt es einen Helden, der die Nacht und das Wehklagen durchquert, in seinen Händen den niemals erlöschenden Glanz des Mondkristalls haltend. Das Gedicht schafft eine Atmosphäre von Mystik und Hoffnung, in der die Legende des Mondkristalls als Symbol für den ewigen Glanz und den Schutz vor dem Unausweichlichen steht. Es erzählt von der menschlichen Sehnsucht nach Unsterblichkeit und der Suche nach einem Schild gegen das Schicksal.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Den schattenloser schwerer Traum umwand
- Hyperbel
- nie versiegten Schimmer
- Metapher
- In Indien - sagt man - weint der Mond Kristalle
- Personifikation
- In Händen haltend nie versiegten Schimmer
- Symbolik
- Kristalle