Lebewohl
1839“Lebe wohl!” - Du fühltest nicht, Was es heißt, dies Wort der Schmerzen: Mit getrostem Angesicht Sagtest du′s und leichtem Herzen.
Lebe wohl! - Ach, tausendmal Hab′ ich mir es vorgesprochen. Und in nimmersatter Qual Mir damit das Herz gebrochen.
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Interpretation
Das Gedicht "Lebewohl" von Eduard Mörike beschreibt die emotionale Kluft zwischen zwei Menschen, die sich voneinander verabschieden. Während der eine die Worte "Lebe wohl" mit Leichtigkeit und ohne tiefe Gefühle ausspricht, trägt der andere die Last dieser Worte schwer im Herzen. Die Oberflächlichkeit des Abschieds auf der einen Seite steht im krassen Gegensatz zur tiefen Verzweiflung und dem unendlichen Schmerz auf der anderen Seite. Die Wiederholung des Satzes "Lebe wohl!" zu Beginn und in der Mitte des Gedichts betont die Bedeutung dieses Abschieds und die damit verbundenen Gefühle. Der erste Abschnitt zeigt die Gleichgültigkeit und das Fehlen von Mitgefühl des Abschiednehmenden, der die Worte ohne emotionale Tiefe ausspricht. Der zweite Abschnitt hingegen offenbart die innere Zerrissenheit und den Schmerz desjenigen, der die Worte tausendmal in Gedanken durchlebt hat, jedoch ohne Erleichterung oder Trost. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Traurigkeit und Verzweiflung über den Abschied und die damit verbundene emotionale Verletzung. Es verdeutlicht die unterschiedlichen Empfindungen und Reaktionen auf ein und dieselbe Situation und lässt den Leser die Intensität der Gefühle nachempfinden. Mörike gelingt es, die Komplexität menschlicher Emotionen und die Auswirkungen von Abschieden auf die Psyche eindringlich darzustellen.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Anapher
- Lebe wohl!
- Hyperbel
- Ach, tausendmal / Hab' ich mir es vorgesprochen
- Kontrast
- Mit getrostem Angesicht / Sagtest du's und leichtem Herzen
- Metapher
- mir damit das Herz gebrochen