Lebensregel

Erich Kurt Mühsam

unbekannt

An allen Früchten unbedenklich lecken; vor Gott und Teufel nie die Waffen strecken; Künftiges mißachten, Früheres nicht bereuen; den Augenblick nicht deuten und nicht scheuen; dem Leben zuschaun; andrer Glück nicht neiden; stets Spielkind sein, neugierig noch im Leiden; am eigenen Schicksal unbeteiligt sein - das heißt genießen und geheiligt sein.

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Illustration zu Lebensregel

Interpretation

Das Gedicht "Lebensregel" von Erich Kurt Mühsam vermittelt eine Philosophie des Lebens, die auf Genuss und Hingabe basiert. Es ermutigt den Leser, unbeschwert zu leben und sich nicht von Ängsten oder Sorgen einschränken zu lassen. Die Zeile "An allen Früchten unbedenklich lecken" suggeriert, dass man das Leben in vollen Zügen genießen und neue Erfahrungen machen sollte, ohne sich von Zweifeln oder Vorbehalten zurückhalten zu lassen. Die zweite Strophe betont die Wichtigkeit, im Hier und Jetzt zu leben und sich nicht von der Vergangenheit oder Zukunft beeinflussen zu lassen. "Künftiges mißachten, Früheres nicht bereuen" ermutigt dazu, den Moment zu schätzen und sich nicht von Reue oder Sorgen über vergangene oder zukünftige Ereignisse belasten zu lassen. Die Zeile "den Augenblick nicht deuten und nicht scheuen" unterstreicht die Notwendigkeit, im gegenwärtigen Moment präsent zu sein und sich nicht von Ängsten oder Zweifeln abhalten zu lassen. Die letzte Strophe betont die Bedeutung von Gelassenheit und Akzeptanz. "Dem Leben zuschaun; andrer Glück nicht neiden" ermutigt dazu, das Leben als Beobachter zu betrachten und sich nicht von Neid oder Eifersucht beeinflussen zu lassen. Die Zeile "stets Spielkind sein, neugierig noch im Leiden" legt nahe, dass man auch in schwierigen Zeiten neugierig und offen bleiben sollte. Schließlich betont die letzte Zeile "am eigenen Schicksal unbeteiligt sein", dass man sich nicht zu sehr an das eigene Schicksal binden sollte, sondern vielmehr gelassen bleiben und das Leben genießen sollte.

Schlüsselwörter

allen früchten unbedenklich lecken gott teufel nie waffen

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Stilmittel

Alliteration
stets Spielkind sein, neugierig noch im Leiden
Anapher
An allen Früchten unbedenklich lecken; vor Gott und Teufel nie die Waffen strecken; Künftiges mißachten, Früheres nicht bereuen; den Augenblick nicht deuten und nicht scheuen; dem Leben zuschaun; andrer Glück nicht neiden; stets Spielkind sein, neugierig noch im Leiden; am eigenen Schicksal unbeteiligt sein
Antithese
Künftiges mißachten, Früheres nicht bereuen
Metapher
vor Gott und Teufel nie die Waffen strecken
Parallelismus
An allen Früchten unbedenklich lecken; vor Gott und Teufel nie die Waffen strecken; Künftiges mißachten, Früheres nicht bereuen; den Augenblick nicht deuten und nicht scheuen; dem Leben zuschaun; andrer Glück nicht neiden; stets Spielkind sein, neugierig noch im Leiden; am eigenen Schicksal unbeteiligt sein