Leben
1813Seele, die du, unergründlich Tief versenkt, dich ätherwärts Schwingen möchtest und allstündlich Dich gehemmt wähnst durch den Schmerz - An den Taucher, an den stillen, Denke, der in finstrer See Fischt nach eines Höhern Willen: Nur vom Atmen kommt sein Weh.
Ist die Perle erst gefunden In der öden Wellengruft, Wird er schnell emporgewunden, Daß ihn heilen Licht und Luft; Was sich lange ihm verhehlte, Wird ihm dann auf einmal klar: Daß, was ihn im Abgrund quälte, Eben nur sein Leben war.
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Interpretation
Das Gedicht "Leben" von Friedrich Hebbel thematisiert die seelische Tiefe und den Schmerz, den die Seele empfindet, wenn sie sich nach Höherem sehnt. Die Seele fühlt sich durch den Schmerz gehemmt und möchte sich ätherwärts schwingen, also in höhere Sphären aufsteigen. Die Metapher des Tauchers wird verwendet, um die Seele zu veranschaulichen. Der Taucher fischt in der finsteren See nach dem Willen einer höheren Macht und leidet dabei unter dem Mangel an Atem. Dies symbolisiert die Qual der Seele, die nach Erkenntnis und Erleuchtung strebt. Am Ende des Gedichts wird deutlich, dass die Seele, ähnlich wie der Taucher, der die Perle findet, erst durch den Schmerz und die Anstrengung des Lebens zur Erkenntnis gelangt. Der Schmerz, den die Seele als quälend empfindet, ist letztendlich das Leben selbst, das sie zu höherem Verständnis führt.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildlichkeit
- Sich ätherwärts Schwingen
- Kontrast
- Finstrer See / Licht und Luft
- Metapher
- Seele, die du, unergründlich / Tief versenkt
- Personifikation
- Niederer Wille
- Symbolik
- Perle