Leben heißt Sehnsucht verehren

Max Dauthendey

1925

Über den leeren mächtigen Bäumen Hängen die schmächtigen Sterne, Umdrängen den Mond im Kreise. Sehnsüchte leben auch in den prächtigen Himmelsräumen, Und auch Gestirne kommen aus ihrem Geleise. Keine Sonne, kein Stern kann sich der Sehnsucht erwehren, Alle Leben leiden und lachen auf gleiche Weise. Leben heißt Sehnsucht verehren; Niemals der Tod, die Geliebte allein kann dir Ruhe bescheren.

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Interpretation

Das Gedicht "Leben heißt Sehnsucht verehren" von Max Dauthendey thematisiert die allgegenwärtige Natur der Sehnsucht im Universum. Es beginnt mit einer Beschreibung der Sterne und des Mondes, die über den mächtigen Bäumen hängen und den Mond im Kreis umgeben. Diese himmlischen Körper werden als von Sehnsucht erfüllt dargestellt, was darauf hindeutet, dass auch in den Weiten des Himmels ein Verlangen existiert. Die Sterne und der Mond, die normalerweise als ruhig und unveränderlich wahrgenommen werden, werden hier als von innerer Bewegung und Unruhe erfüllt beschrieben. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Universalität der Sehnsucht betont. Es wird gesagt, dass keine Sonne oder kein Stern sich der Sehnsucht entziehen kann, was impliziert, dass dieses Gefühl ein grundlegender Bestandteil des Lebens ist. Die Zeile "Alle Leben leiden und lachen auf gleiche Weise" unterstreicht die Gemeinsamkeit der Erfahrungen von Schmerz und Freude im Leben. Diese Gleichheit deutet darauf hin, dass Sehnsucht ein verbindendes Element ist, das alle Lebewesen und sogar die Himmelskörper teilen. Der letzte Teil des Gedichts fasst die zentrale These zusammen: "Leben heißt Sehnsucht verehren." Diese Aussage impliziert, dass das Leben selbst durch das Verlangen und die Sehnsucht definiert ist. Das Gedicht schließt mit der Erkenntnis, dass nur der Tod, die "Geliebte", wahre Ruhe bringen kann. Dies könnte als Hinweis darauf verstanden werden, dass die Sehnsucht ein ewiger Bestandteil des Lebens ist, der erst im Tod endet. Die "Geliebte" könnte als Metapher für den Tod dienen, der als Erlösung von der unaufhörlichen Sehnsucht gesehen wird.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Über den leeren mächtigen Bäumen hängen die schmächtigen Sterne
Hyperbel
Keine Sonne, kein Stern kann sich der Sehnsucht erwehren
Metapher
Leben heißt Sehnsucht verehren
Parallelismus
Alle Leben leiden und lachen auf gleiche Weise
Personifikation
Sehnsüchte leben auch in den prächtigen Himmelsräumen