Leben

Hanns von Gumppenberg

1929

Ist bezwungen denn der Tod Durch des Sommers Machtgebot? Ist ihr Bild so ganz versunken, Die den Becher leer getrunken: Aller, die sich wesenlos Bargen in der Erde Schoß? Hier in Duft und Sonnenschein Fühl’ ich wieder dich allein, Dich, die nie ein Weh erfuhr, Einzig Dauernde, Natur! Um den vollen Rosenstrauch Lebenglühend weht dein Hauch, Hell wie immer durch den Wald Deine Tausendstimme schallt - Deiner Stärke Ueberschwall Wirfst du in des Stromes Fall: Und aus brausend wilder Lust An gebäumter Felsenbrust Schwingst du dich zur Sehnsuchtsschau In der Lüfte reinstes Blau! Ja, du lebst .. aus dir, aus dir Trink’ auch ich ein Leben mir!

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Illustration zu Leben

Interpretation

Das Gedicht "Leben" von Hanns von Gumppenberg ist ein Loblied auf die Natur und ihre unerschütterliche Kraft. Der Sprecher fragt, ob der Tod durch die Macht des Sommers besiegt wurde und ob die Bilder der Vergangenheit vollständig versunken sind. Er stellt die Frage, ob alle, die sich wesenlos in der Erde verborgen haben, vergessen sind. Doch dann erkennt er, dass die Natur, die nie ein Leid erfahren hat, die Einzige Dauernde ist. In der zweiten Strophe beschreibt der Sprecher, wie er die Natur wieder spüren kann, inmitten von Duft und Sonnenschein. Er fühlt ihre Anwesenheit allein, umgeben von einem vollen Rosenstrauch. Der Hauch der Natur weht lebendig umher, und ihre tausend Stimmen hallen hell durch den Wald. Die Stärke der Natur überfließt in den Fall des Flusses, und aus wilder Lust an den Felsen schwingt sie sich in das reinste Blau der Lüfte. Im letzten Vers des Gedichts betont der Sprecher, dass die Natur lebt und aus sich selbst Leben schöpft. Er möchte auch aus ihr ein Leben trinken und sich von ihrer Kraft inspirieren lassen. Das Gedicht vermittelt eine tiefe Verbundenheit zur Natur und ihre Fähigkeit, den Tod zu überwinden und ewig zu existieren.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Hyperbel
Deiner Stärke Ueberschwall Wirfst du in des Stromes Fall
Metapher
Trink' auch ich ein Leben mir
Personifikation
Schwingst du dich zur Sehnsuchtsschau In der Lüfte reinstes Blau
Rhetorische Frage
Ist ihr Bild so ganz versunken, Die den Becher leer getrunken: Aller, die sich wesenlos Bargen in der Erde Schoß?
Synästhesie
Lebenglühend weht dein Hauch