Lass rauschen
unknownIch hört ein Sichlein rauschen, Wohl rauschen durch das Korn, Ich hört ein Mägdlein klagen, Sie hätt ihr Lieb verlorn.
Lass rauschen Lieb, lass rauschen, Ich acht nicht, wie es geht, Ich tät mein Lieb vertauschen In Veilchen und im Klee.
Du hast ein Mägdlein worben In Veilchen und im Klee, So steh ich hier alleine, Tut meinem Herzen weh.
Ich hör ein Hirschlein rauschen Wohl rauschen durch den Wald, Ich hör mein Lieb sich klagen, Die Lieb verrauscht so bald.
Lass rauschen, Lieb, lass rauschen, Ich weiß nicht, wie mir wird, Die Bächlein immer rauschen, Und keines sich verirrt.
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Interpretation
Das Gedicht "Lass rauschen" von Unbekannt handelt von den Themen Liebe, Verlust und der Vergänglichkeit der Zeit. Die wiederkehrende Naturgeräusche wie das Rauschen des Windes durch das Korn und den Wald sowie das Rauschen eines Baches dienen als Metaphern für die unaufhaltsame Zeit und die Flüchtigkeit der Liebe. Im ersten Teil des Gedichts hört der Sprecher ein Mädchen klagen, das ihren Liebsten verloren hat. Sie wünscht sich, dass die Liebe weiterhin rauscht, ohne sich um den Ausgang zu kümmern, und dass sie ihre Liebe in Veilchen und Klee tauschen würde. Dies könnte bedeuten, dass sie bereit ist, ihre Liebe für etwas Vergängliches und Vergessliches einzutauschen. Im zweiten Teil des Gedichts klagt das Mädchen erneut, diesmal über die Tatsache, dass ihr Liebster ein anderes Mädchen geheiratet hat. Sie steht allein da und ihr Herz tut ihr weh. Dies zeigt die tiefe Trauer und das Gefühl des Verlustes, das sie empfindet. Im letzten Teil des Gedichts hört der Sprecher ein Hirschlein rauschen und sein Liebchen klagen, dass die Liebe so schnell verrauscht. Die Wiederholung des Satzes "Lass rauschen, Lieb, lass rauschen" am Ende des Gedichts könnte darauf hindeuten, dass der Sprecher resigniert hat und akzeptiert, dass die Liebe flüchtig ist und dass man sie nicht aufhalten kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Ich hört ein Sichlein rauschen, Wohl rauschen durch das Korn
- Kontrast
- Du hast ein Mägdlein worben In Veilchen und im Klee, So steh ich hier alleine
- Metapher
- Ich tät mein Lieb vertauschen In Veilchen und im Klee
- Personifikation
- Die Bächlein immer rauschen
- Wiederholung
- Lass rauschen, Lieb, lass rauschen