Laß rauschen Lieb, laß rauschen

Clemens Brentano

1817

(Mündlich)

Ich hört ein Sichlein rauschen, Wohl rauschen durch das Korn, Ich hört ein Mägdlein klagen, Sie hätt ihr Lieb verlorn.

Laß rauschen Lieb, laß rauschen, Ich acht nicht, wie es geht, Ich tät mein Lieb vertauschen In Veilchen und im Klee.

Du hast ein Mägdlein worben In Veilchen und im Klee, So steh ich hier alleine, Tut meinem Herzen weh.

Ich hör ein Hirschlein rauschen Wohl rauschen durch den Wald, Ich hör mein Lieb sich klagen, Die Lieb verrauscht so bald.

Laß rauschen, Lieb, laß rauschen, Ich weiß nicht, wie mir wird, Die Bächlein immer rauschen, Und keines sich verirrt.

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Illustration zu Laß rauschen Lieb, laß rauschen

Interpretation

Das Gedicht "Laß rauschen Lieb, laß rauschen" von Clemens Brentano handelt von der Vergänglichkeit der Liebe und dem Schmerz des Verlustes. Der Sprecher hört ein Sichlein durch das Korn rauschen und ein Mägdlein klagen, das ihren Lieb verloren hat. Dies symbolisiert die Vergänglichkeit der Liebe, die wie ein Rauschen vorüberzieht. Die Verse "Laß rauschen Lieb, laß rauschen, / Ich acht nicht, wie es geht" drücken eine Resignation und Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal der Liebe aus. Der Sprecher scheint die Vergänglichkeit der Liebe akzeptiert zu haben und ist bereit, seinen Lieb in Veilchen und Klee zu tauschen, was als Metapher für die Schönheit der Natur und die Vergänglichkeit des Lebens verstanden werden kann. Im zweiten Teil des Gedichts hört der Sprecher ein Hirschlein durch den Wald rauschen und sein Lieb sich klagen, dass die Liebe so schnell verrauscht. Dies verstärkt das Thema der Vergänglichkeit und des Schmerzes des Verlustes. Die letzten Verse "Laß rauschen, Lieb, laß rauschen, / Ich weiß nicht, wie mir wird, / Die Bächlein immer rauschen, / Und keines sich verirrt" drücken eine tiefe Verzweiflung und Hilflosigkeit aus. Der Sprecher fühlt sich verloren und allein, während die Natur um ihn herum weiterhin rauscht und fließt, unbeeindruckt von seinem Schmerz.

Schlüsselwörter

rauschen lieb laß hört mägdlein klagen veilchen klee

Wortwolke

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Stilmittel

Anapher
Laß rauschen Lieb, lauschen
Ironie
Und keines sich verirrt
Kontrast
Ich tät mein Lieb vertauschen In Veilchen und im Klee
Metapher
Sie hätt ihr Lieb verlorn
Personifikation
Ich hört ein Sichlein rauschen
Symbolik
Die Bächlein immer rauschen
Wiederholung
Laß rauschen, Lieb, laß rauschen