Laß ihn
1832Er ist verliebt, laß ihn gewähren, Bekümmre dich um dein Pläsier, Und kommst du gar, ihn zu bekehren, Wirft er dich sicher vor die Tür.
Mit Gründen ist da nichts zu machen. Was einer mag, ist seine Sach, Denn kurz gesagt: In Herzenssachen Geht jeder seiner Nase nach.
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Interpretation
Das Gedicht "Laß ihn" von Wilhelm Busch thematisiert die Unmöglichkeit, in Herzensangelegenheiten rational zu argumentieren oder Einfluss zu nehmen. Der Sprecher rät dazu, einem verliebten Menschen seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen und sich nicht in seine romantischen Entscheidungen einzumischen. Die Botschaft ist klar: Versuche, jemanden von seiner Liebe abzubringen, sind zum Scheitern verurteilt und werden mit Ablehnung bestraft. Busch betont, dass Gefühle nicht durch logische Argumente beeinflusst werden können. Er stellt fest, dass jeder Mensch seine eigenen Vorlieben und Abneigungen hat, die nicht durch äußere Einflüsse verändert werden können. Der letzte Vers, "Geht jeder seiner Nase nach", ist eine humorvolle und zugleich tiefgründige Metapher für die individuelle Natur menschlicher Emotionen und Entscheidungen in Liebesangelegenheiten. Das Gedicht vermittelt eine gewisse Resignation gegenüber der Unberechenbarkeit der Liebe und den menschlichen Gefühlen im Allgemeinen. Es legt nahe, dass es in romantischen Dingen keinen Sinn macht, Vernunft walten zu lassen oder versuchen zu wollen, andere von ihrem emotionalen Kurs abzubringen. Stattdessen plädiert Busch für eine Art des "Leben und leben lassen" in Herzensangelegenheiten und betont die persönliche Natur von Liebe und Zuneigung.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Bekümmre dich um dein Pläsier
- Ironie
- Und kommst du gar, ihn zu bekehren, Wirft er dich sicher vor die Tür
- Metapher
- In Herzenssachen geht jeder seiner Nase nach
- Personifikation
- Was einer mag, ist seine Sach
- Reimschema
- AABB