Langsame stunden überm fluss

Stefan George

1868

Langsame stunden überm fluss - Die welle zischt wie im verdruss Da von dem feuchten wind gefrischt Ein schein bald blendet bald verwischt.

Wir standen hand in hand am strand Da sah sie ähren in dem sand - Sie trat hinzu und brach davon Und fand auf diesen tag den ton:

Beginnend klang er hell und leicht Wie von dem ziel das wir erreicht - Dann ward er dumpfer als sie sang Vom fernen glück - wie bang! wie lang!

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Illustration zu Langsame stunden überm fluss

Interpretation

Das Gedicht "Langsame Stunden überm Fluss" von Stefan George beschreibt eine langsame, melancholische Stimmung am Flussufer. Die "langsamen Stunden" deuten auf eine zeitlose, träumerische Atmosphäre hin. Die zischende Welle, die wie im "Verdruss" klingt, vermittelt ein Gefühl von Unruhe und Unzufriedenheit. Der "feuchte Wind" erfrischt die Szenerie, während das flackernde Licht, das "bald blendet, bald verwischt", für Unbeständigkeit und Vergänglichkeit steht. In der zweiten Strophe begeben sich der Sprecher und seine Begleiterin an den Strand. Die Frau entdeckt Ähren im Sand, die sie bricht und davon trägt. Dies könnte als symbolischer Akt der Ernte oder des Sammelns von Erinnerungen interpretiert werden. Der Ton, den sie an diesem Tag findet, beginnt hell und leicht, als ob er vom erreichten Ziel kommt. Doch dann wird der Ton dumpfer, während sie vom fernen Glück singt, was eine Sehnsucht nach etwas Unerreichbarem oder Vergangenem ausdrückt. Die letzte Strophe verdeutlicht die emotionale Intensität der Szene. Der Ton wird dumpfer, während die Frau vom fernen Glück singt, was auf eine melancholische Stimmung und eine Sehnsucht nach etwas Unerreichbarem hindeutet. Die Wiederholung von "wie bang! wie lang!" betont die Verzweiflung und die scheinbar endlose Dauer dieses Gefühls. Das Gedicht endet mit einem Gefühl der Ungewissheit und der Sehnsucht nach einer unerreichbaren Zukunft oder Vergangenheit.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Langsame stunden überm fluss
Bildsprache
Wir standen hand in hand am strand
Metapher
Wie von dem ziel das wir erreicht
Personifikation
Ein schein bald blendet bald verwischt
Symbolik
Sie trat hinzu und brach davon
Vergleich
Die welle zischt wie im verdruss