Landschaftsmaler - Deutscher

Wilhelm Friedrich Waiblinger

1774

Welche Natur! welch Studium ist′s, das kostet des Schweißes, Kostet der Tage so viel, ach und das Geld ist so rar. Was nur der Ultramarin mich geängstiget! Doch ist′s der Himmel, Ist es das Ganze, der Geist, was ich erziele, noch nicht. Nein! der Vordergrund ist′s, ob dem ich möchte verzweifeln, Sieben Monate schon schaff′ ich mit Eifer daran. Aber es glückt, und ich mache nun doch zwei gemüthliche Blümlein Täglich, und schon hab′ ich hundert und zehen gemacht.

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Illustration zu Landschaftsmaler - Deutscher

Interpretation

Das Gedicht "Landschaftsmaler" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschäftigt sich mit den Herausforderungen und der Hingabe eines Künstlers bei der Schaffung eines Landschaftsgemäldes. Der Maler äußert seine Bewunderung für die Natur, die ihn inspiriert, aber auch die physischen und finanziellen Opfer, die das Studium und die Umsetzung seiner Vision erfordern. Er ringt mit den Schwierigkeiten, die das Malen des Vordergrunds mit sich bringt, und zeigt seine Frustration über den langsamen Fortschritt, obwohl er bereits seit sieben Monaten mit Eifer daran arbeitet. Die Interpretation des Gedichts offenbart die tiefe Leidenschaft und das Streben des Künstlers nach Perfektion. Der Maler erkennt an, dass er zwar den Himmel und das Gesamtkonzept seiner Arbeit gemeistert hat, aber der Vordergrund bleibt eine Herausforderung, die ihn fast zur Verzweiflung treibt. Trotz dieser Schwierigkeiten zeigt der Maler Durchhaltevermögen und Entschlossenheit, indem er täglich zwei "gemütliche Blümchen" malt und bereits eine beträchtliche Anzahl von hundert und zehn geschaffen hat. Dies verdeutlicht die unermüdliche Arbeit und das Engagement, das erforderlich ist, um ein Meisterwerk zu schaffen. Das Gedicht vermittelt auch die Idee, dass wahre Kunst nicht nur Talent, sondern auch harte Arbeit, Geduld und Ausdauer erfordert. Der Maler kämpft mit den physischen und finanziellen Aspekten seiner Kunst, aber seine Liebe zur Natur und sein Streben nach Perfektion treiben ihn an, weiterzumachen. Die Erwähnung des Ultramarins, einer teuren und wertvollen Farbe, unterstreicht die finanziellen Herausforderungen, denen sich der Künstler gegenübersieht. Insgesamt ist das Gedicht eine Hommage an die Kunst und die unermüdliche Suche des Künstlers nach Schönheit und Perfektion in seiner Arbeit.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Alliteration
Titel: Landschaftsmaler - Deutscher
Hyperbel
Sieben Monate schon schaff' ich mit Eifer daran.
Metapher
Ist es das Ganze, der Geist, was ich erziele, noch nicht.
Personifikation
Welche Natur! welch Studium ist's, das kostet des Schweißes
Wiederholung
Kostet der Tage so viel, ach und das Geld ist so rar.