Landschaftmaler - Französischer
1804Fürchterlich saust der Orkan; es schäumt das Meer aus dem Grund auf, Wolken bersten, es scheint heut′ die Natur zu vergehn. Regen schüttet, es zittert die Erd′, es wüthet der Donner, Eichen splittern, der Wind wurzelt in Wahnsinn sie aus. Grauenerweckende Nacht! der verheerende Blitz nur beleuchtet, Stürme wehen das Haar schrecklich dem Maler empor, Stürme fassen ihm schon den Regenschirm, und der Blitz zuckt Flammend auf ihn, doch er bleibt, malt und studirt die Natur.
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Interpretation
Das Gedicht "Landschaftmaler - Französischer" von Wilhelm Friedrich Waiblinger beschreibt eine dramatische Naturkatastrophe, bei der ein Orkan über das Meer tobt und die Elemente scheinbar aus dem Ruder laufen. Die Natur erscheint in ihrer Zerstörungskraft und bedroht den Maler, der trotz der Gefahr bei seiner Arbeit verharrt. Die zweite Strophe verdeutlicht die Intensität des Sturms, der den Maler buchstäblich zu packen droht. Sein Haar wird vom Wind zerzaust, der Regenschirm wird ihm fast entrissen, und der Blitz funkelt bedrohlich um ihn herum. Doch der Maler bleibt standhaft und setzt seine Arbeit fort, um die Natur zu studieren und zu malen. Das Gedicht thematisiert die Beziehung zwischen Mensch und Natur, insbesondere die Faszination des Künstlers für die Schönheit und Kraft der Natur, selbst in ihren zerstörerischsten Ausprägungen. Der Maler scheint die Gefahr bewusst in Kauf zu nehmen, um seine künstlerische Vision zu verwirklichen und die Natur in ihrer ganzen Pracht festzuhalten.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Fürchterlich saust der Orkan; es schäumt das Meer aus dem Grund auf
- Hyperbel
- doch er bleibt, malt und studirt die Natur
- Metapher
- Grauenerweckende Nacht
- Personifikation
- Stürme fassen ihm schon den Regenschirm