Landschaft
1889Wie alte Knochen liegen in dem Topf Des Mittags die verfluchten Straßen da. Schon lange ist es her, daß ich dich sah. Ein Junge zupft ein Mädchen an dem Zopf.
Und ein paar Hunde sielen sich im Dreck. Ich ginge gerne Arm in Arm mit dir. Der Himmel ist ein graues Packpapier, Auf dem die Sonne klebt - ein Butterfleck.
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Interpretation
Das Gedicht "Landschaft" von Alfred Lichtenstein zeigt eine triste und düstere Atmosphäre. Die Straßen werden als "verflucht" beschrieben und liegen wie "alte Knochen" in einem Topf. Es wird deutlich, dass es eine lange Zeit her ist, seit der Sprecher die Person, an die er sich wendet, das letzte Mal gesehen hat. Ein Junge zupft einem Mädchen an den Zöpfen, was auf eine gewisse Aggression oder Unreife hinweist. Die Hunde spielen sich im Dreck, was die schmutzige und unordentliche Umgebung unterstreicht. Im zweiten Teil des Gedichts äußert der Sprecher den Wunsch, Arm in Arm mit der angesprochenen Person zu gehen. Dies deutet auf ein Verlangen nach Nähe und Verbundenheit hin. Der Himmel wird als graues Packpapier beschrieben, auf dem die Sonne wie ein Butterfleck klebt. Diese Metapher vermittelt ein Gefühl von Tristesse und Eintönigkeit, da die Sonne als Fleck auf dem grauen Himmel erscheint und keine Wärme oder Helligkeit ausstrahlt. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine melancholische Stimmung und eine Sehnsucht nach einer verlorenen oder fehlenden Verbindung. Die Beschreibung der Umgebung und der Himmel verstärken das Gefühl von Einsamkeit und Verlassenheit. Das Gedicht regt den Leser dazu an, über die Vergänglichkeit von Beziehungen und die Bedeutung von Nähe und Verbundenheit nachzudenken.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Bildsprache
- Und ein paar Hunde sielen sich im Dreck
- Metapher
- Wie alte Knochen liegen in dem Topf des Mittags die verfluchten Straßen da
- Personifikation
- Auf dem die Sonne klebt - ein Butterfleck
- Symbolik
- Ein Junge zupft ein Mädchen an dem Zopf
- Verlangen
- Ich ginge gerne Arm in Arm mit dir