Landschaft im Spätherbst
unknownUeber kahle, fahle Hügel Streicht der Dämm′rung kühler Flügel; Dunkel, wie erstarrte Träume, Steh′n im Thal entlaubt die Bäume.
Tiefe Stille, tiefes Lauschen: Keine Welle hörst du rauschen, Keine Stimme hörst du klingen, Dir des Lebens Gruß zu bringen.
Nur als stummes Bild der Gnade Siehst du dort am stein′gen Pfade, Von des Kreuzes Holz getragen, Durch die Nacht den Heiland ragen.
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Interpretation
Das Gedicht "Landschaft im Spätherbst" von Ferdinand Ludwig Adam von Saar beschreibt eine melancholische und stille Szene im Spätherbst. Die Landschaft wird als kahle und fahle Hügel dargestellt, über die der kühle Flügel der Dämmerung streicht. Die Bäume im Tal stehen entlaubt da, dunkel wie erstarrte Träume. Die Stille ist tief, und man hört kein Rauschen der Wellen oder klingende Stimmen, die das Leben begrüßen könnten. In der zweiten Strophe wird die tiefe Stille und das Lauschen betont. Es herrscht eine fast unheimliche Ruhe, da keine Geräusche die Stille durchbrechen. Die Landschaft wirkt wie erstarrt, als ob das Leben selbst in den Hintergrund getreten ist. Die Stille wird als tief empfunden und vermittelt ein Gefühl von Einsamkeit und Melancholie. Die dritte Strophe bringt eine spirituelle Dimension in das Gedicht. An einem steinernen Pfad sieht man das stumme Bild der Gnade, das den Heiland durch die Nacht trägt. Dieses Bild symbolisiert Hoffnung und Erlösung inmitten der düsteren und leblosen Landschaft. Es deutet darauf hin, dass selbst in den dunkelsten Zeiten ein Funke des Göttlichen und der Gnade vorhanden ist, der Trost und Zuversicht spenden kann.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- Tiefe Stille, tiefes Lauschen
- Bildsprache
- Siehst du dort am stein′gen Pfade, Von des Kreuzes Holz getragen, Durch die Nacht den Heiland ragen
- Metapher
- Ueber kahle, fahle Hügel Streicht der Dämm′rung kühler Flügel
- Personifikation
- Streicht der Dämm′rung kühler Flügel
- Vergleich
- Dunkel, wie erstarrte Träume