Landschaft
1887Septemberabend; traurig tönen die dunklen Rufe der Hirten Durch das dämmernde Dorf; Feuer sprüht in der Schmiede. Gewaltig bäumt sich ein schwarzes Pferd; die hyazinthenen Locken der Magd Haschen nach der Inbrunst seiner purpurnen Nüstern. Leise erstarrt am Saum des Waldes der Schrei der Hirschkuh Und die gelben Blumen des Herbstes Neigen sich sprachlos über das blaue Antlitz des Teichs. In roter Flamme verbrannte ein Baum; aufflattern mit dunklen Gesichtern die Fledermäuse.
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Interpretation
Das Gedicht "Landschaft" von Georg Trakl beschreibt eine herbstliche Szenerie, die von Melancholie und einer subtilen Bedrohlichkeit durchdrungen ist. Die Bilder des Gedichts sind von einer tiefen Symbolik und einer starken Farbgebung geprägt, die eine Atmosphäre der Vergänglichkeit und des Übergangs schaffen. Die Landschaft wird als ein Ort der Ruhe und des Übergangs dargestellt. Die "dunklen Rufe der Hirten" und das "traurig tönende" Dorf vermitteln ein Gefühl von Einsamkeit und Verlassenheit. Die "Schmiede" mit ihrem "Feuer" symbolisiert möglicherweise die Zerstörung oder die Transformation, die in der Natur stattfindet. Die "hyazinthenen Locken der Magd" und das "schwarze Pferd" könnten als Symbole für die menschliche Natur und ihre Beziehung zur Natur selbst interpretiert werden. Das Gedicht endet mit einem Bild der Zerstörung und des Todes, das jedoch auch eine gewisse Schönheit und Faszination ausstrahlt. Der "baum, der in roter Flamme verbrannt" ist ein Symbol für die Vergänglichkeit und die Zerstörung, die in der Natur stattfinden. Die "Fledermäuse mit dunklen Gesichtern" könnten als Symbole für die Dunkelheit und das Unbekannte interpretiert werden, das in der Natur lauert. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine tiefe Ehrfurcht vor der Natur und ihrer Schönheit, aber auch eine Ahnung von ihrer Vergänglichkeit und Zerstörungskraft.
Schlüsselwörter
Wortwolke

Stilmittel
- Alliteration
- traurig tönen die dunklen Rufe
- Hyperbel
- Gewaltig bäumt sich ein schwarzes Pferd
- Onomatopoesie
- tönen die dunklen Rufe
- Personifikation
- Neigen sich sprachlos über das blaue Antlitz des Teichs
- Vergleich
- hyazinthenen Locken der Magd