La chiesa sotterranea die Capucini a Roma

Friedrich Hebbel

1813

Menschengebeine hat man zu Sternen und Blumen verflochten, Von der farbigen Wand grinsen sie zierlich herab; Aufgestapelte Schädel umstehn in geordneten Reihen Dämmernde Nischen, worin manches Gerippe sich streckt, Wie im Leben, bekleidet mit bräunlicher Kutte, ein Täflein In der knöchernen Hand, welches das Sterbejahr nennt, Und dein Führer, ein Mönch, wie diese Toten es waren, Sagt dir lächelnd: dereinst werde ich ruhen, wie sie! Aber Italiens Sonne bestrahlt durch niedrige Fenster All den Moder, und sanft plätschert ein Springbrunn im Hof.

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Interpretation

Das Gedicht "La chiesa sotterranea die Capucini a Roma" von Friedrich Hebbel beschreibt eine morbide Szene in einer unterirdischen Kirche der Kapuziner in Rom. Die Knochen der Verstorbenen sind kunstvoll zu Sternen und Blumen verflochten und grinsen von den farbigen Wänden herab. Die Schädel sind aufgestapelt und umstehen die Nischen, in denen sich die Gerippe strecken. Diese sind wie im Leben bekleidet mit bräunlichen Kutten und halten ein Täflein in der Hand, auf dem das Sterbejahr vermerkt ist. Der Mönch als Führer zeigt auf die Toten und sagt lächelnd, dass er dereinst wie sie ruhen werde. Die Beschreibung der unterirdischen Kirche vermittelt eine unheimliche Atmosphäre. Die Knochen und Schädel werden als Teil einer makabren Dekoration präsentiert, die den Betrachter an die Vergänglichkeit des Lebens erinnert. Die Gerippe in den Nischen wirken fast lebendig, als würden sie sich strecken. Die Kutten und die Täfelchen mit den Sterbejahren verleihen den Toten eine gewisse Individualität und machen sie zu einer Art "Gemeinschaft der Verstorbenen". Trotz der düsteren Szenerie gibt es auch Elemente, die eine gewisse Ruhe und Gelassenheit vermitteln. Die italienische Sonne, die durch die niedrigen Fenster scheint, bringt Licht in den Moder und mildert die morbide Stimmung. Das sanfte Plätschern des Springbrunnens im Hof trägt zur Beruhigung bei. Der Mönch als Führer scheint die Vergänglichkeit des Lebens zu akzeptieren und betrachtet seinen eigenen Tod als natürlichen Teil des Kreislaufs. Insgesamt vermittelt das Gedicht eine ambivalente Stimmung zwischen Morbidität und Akzeptanz des Todes.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Bildsprache
Aufgestapelte Schädel umstehn in geordneten Reihen
Ironie
Sagt dir lächelnd: dereinst werde ich ruhen, wie sie!
Klangmalerei
und sanft plätschert ein Springbrunn im Hof
Kontrast
Aber Italiens Sonne bestrahlt durch niedrige Fenster All den Moder
Metapher
Menschengebeine hat man zu Sternen und Blumen verflochten
Personifikation
Von der farbigen Wand grinsen sie zierlich herab
Symbolik
welches das Sterbejahr nennt
Vergleich
Wie im Leben, bekleidet mit bräunlicher Kutte