"La Belle Dame Sans Merci"

Elisabeth Fuhrmann-Paulsen

unknown

Ich ringe immer nur mit harten Steinen. Ich forme Züge von erstarrtem Leben, die niemals lachen und die auch nicht weinen; mit Mund und Augen, die mir nicht vergeben.

Wenn ich die Hände nach der Arbeit wasche, den bittern Schweiß von meinem Antlitz bade, nach einem Blick aus ihren Augen hasche, dann fühle ich: Auch heute keine Gnade. -

Sie, die ich liebe, sieht streng vor sich nieder. Den Mantel dehnt sie aus mit ihren Händen und zieht ihn enger um die schmalen Glieder. Sie biegt den Hals, um sich ganz abzuwenden.

Flucht in den Falten, Zürnen im Entfliehen, rau schleift ihr Halstuch, eilig, wie durch Nesseln. Ich will ihr nach. Ich will sie an mich ziehen, doch schlägt mich ihr Unnahbares in Fesseln.

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Illustration zu "La Belle Dame Sans Merci"

Interpretation

Das Gedicht "La Belle Dame Sans Merci" von Elisabeth Fuhrmann-Paulsen handelt von der unerfüllten Liebe des lyrischen Ichs zu einer Frau, die ihm kalt und abweisend gegenübersteht. Der Titel, der sich auf ein mittelalterliches Gedicht von John Keats bezieht, deutet auf die "schöne Dame ohne Gnade" hin. Das lyrische Ich ist ein Bildhauer, der versucht, das Antlitz seiner Angebeteten in Stein zu meißeln. Doch die erstarrten Züge des Lebens können weder lachen noch weinen, und der Blick aus den Augen der Frau verrät keine Gnade. Die Arbeit des Künstlers bleibt fruchtlos, da er die Seele und das Wesen der Frau nicht einfangen kann. Im zweiten Teil des Gedichts wird die Szene intimer. Die Frau sitzt vor dem lyrischen Ich und zieht ihren Mantel enger um ihren schmalen Körper. Sie wendet sich ab, flieht in die Falten des Stoffes und zeigt ihre Ablehnung durch ihr Verhalten. Das lyrische Ich versucht, ihr nachzugehen und sie in die Arme zu schließen, doch es wird von ihrer Unnahbarkeit gefangen gehalten. Die Frau bleibt ein unerreichbares Objekt der Begierde, das den Künstler in seiner Schöpfung und im Leben scheitern lässt.

Schlüsselwörter

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Stilmittel

Metapher
Ich will sie an mich ziehen, doch schlägt mich ihr Unnahbares in Fesseln
Personifikation
die niemals lachen und die auch nicht weinen